Abschied? Hobsch (li.) gegen Stuttgart II. © Leifer/Imago
München – Ballannahme, Körper zum Abschirmen eingesetzt, Ablage zum Kollegen – Tor. In nur drei Sekunden zeigte Patrick Hobsch, wieso er so wichtig sein kann für den TSV 1860 München. Sechs Minuten nach seiner Einwechslung gegen Stuttgart II gab der Angreifer am Samstag die Vorlage zum so wichtigen 1:1-Endstand. Für Hobsch war es bereits die fünfte Vorlage in dieser Saison, zudem traf er fünfmal. Nach 20 Spielen steht der 30-Jährige bei zehn Scorerpunkten in der 3. Liga, clubinterner Topwert. Und doch steht der Stürmer möglicherweise vor dem Absprung zum Ligakonkurrenten Rot-Weiss Essen.
Wie die „WAZ“ berichtet, haben sich Hobsch und der Tabellen-18. der 3. Liga mündlich über einen Transfer geeinigt. Das alleine reicht natürlich noch nicht aus, damit der Wechsel über die Bühne geht. Hobsch hat bei 1860 einen Vertrag bis Sommer 2026 unterschrieben. Dementsprechend müsste der Ruhrpott-Club den Geldbeutel wohl weit öffnen. Dürfte für Essen aber kein Problem sein, der Transfer von Leonardo Vonic zum FC Porto für 500 000 Euro spülte ordentlich Geld in die Kassen.
In Essen würde Hobsch auf Dominik Martinovic treffen. Der weilte vor wenigen Wochen zur Vertragsunterzeichnung in München. In letzter Sekunde zeigte RWE den Löwen die lange Nase und sicherte sich die Dienste des Angreifers. Gibt´s noch Hoffnung für die Löwenfans in Sachen Hobsch? Der neue 1860-Coach Patrick Glöckner hört sich nicht so an, als plane er nicht mehr mit Hobsch: „Ich bin mit Patrick super im Austausch. Ich glaube, er ist hochmotiviert und freue ich mich unwahrscheinlich, dass er hier ist.“
Sollte der Hobsch-Transfer über die Bühne gehen, muss Sechzig nachrüsten. Denn ob Fabian Schubert (überzeugte selten), Maximilian Wolfram (zeigte seine besten Spiele im Mittelfeld) oder Youngster Raphael Ott (kaum Einsatzminuten) für den Klassenerhalt ausreichen, darf bezweifelt werden. Gut möglich, dass Sechser Philipp Maier nicht der einzige Neuzugang von Zweitligist Ulm bleibt. Angreifer Felix Higl – 16 Einsätze, vier Treffer – wurde den Löwen nach Informationen unserer Zeitung bereits vor drei Wochen angeboten.
Geschäftsführer Christian Werner wird alles daran setzen, bis zum 3. Februar, wenn das Transferfenster schließt, noch einen Stürmer zu verpflichten. Denn was 1860 gegen Stuttgart II offensiv präsentierte, war erschreckend harmlos. Und die Aufgaben werden nicht einfacher. Im Februar trifft Sechzig auf Köln, Ingolstadt, Dresden und Bielefeld. Alle vier Clubs befinden sich im Aufstiegsrennen, stehen unter den besten Sechs in der 3. Liga.
MARCO BLANCO UCLES