Der Moment des Schreckens: Booker rutscht auf dem Werbeaufkleber aus. © IMAGO
München – Am Tag danach blieb die wichtigste Frage noch unbeantwortet. Wohl erst im Verlauf des Dienstags werden weitere Untersuchungen wohl Aufschlüsse über den Zustand des Knies von Devin Booker bringen. Doch die Art, wie der US-Center schon am Sonntag nach dem Verlängerungssieg des FC Bayern über Alba Berlin auf Krücken aus dem SAP-Garden schlich, ließ schon erahnen: Glimpflich dürfte diese Sache kaum ausgegangen sein.
Die beiden Schlüsselspiele in der Euroleague jedenfalls am Dienstag gegen Olimpia Mailand und zwei Tage später gegen Lyon-Villeurbanne, das scheint klar, werden ohne Booker stattfinden. Und Geschäftsführer Marko Pesic sprach aus, was sich so ziemlich jeder im Bayern-Tross gedacht haben dürfte: „Wenn das so kommt, dann wäre das schmerzhaft.“
Denn Booker ist ein zentraler Teil jenes „dreiköpfigen Monsters“ mit Nick Weiler-Babb und Carsen Edwards, das die Bayern nach bislang 24 Einsätzen in der Euroleague in eine so vielversprechende Position gebracht hat. Der Modellathlet ist der große Fixpunkt der Münchner am Korb. Hinten der Mann, der den eigenen Korb vor Unheil bewahrt, vorne Punktegarant. 15,2 Punkte sammelte er in der Euroleague im Schnitt ein. Einzig Carsen Edwards war noch produktiver. Jener Moment, knapp drei Minuten vor dem Ende der Partie gegen Alba, als Booker auf einem Werbeaufkleber ausrutschte, könnte sich als verhängnisvoll erweisen.
Und klar ist: Eins zu eins wird man Booker nicht ersetzen können. Denn: die Bayern sind auf den großen Positionen seit der Rückkehr von Kapitän Vladimir Lucic zwar breit aufgestellt. Doch einen dominanten Center wie Booker hat der Münchner Kader kein zweites Mal zu bieten. Auch Center-Youngster Danko Brankovic fehlt die Praxis.
Oscar da Silva, der mit seiner Leistungssteigerung in der Verlängerung maßgeblich zum Sieg über die Albatrosse beigetragen hatte, ahnt: „Wir müssen das als Team auffangen.“ Sprich: man muss Bookers Arbeit auf mehrere Schultern verteilen. Will heißen: Spieler wie Brankovic, Lucic, Johannes Voigtmann, Niels Giffey oder da Silva selbst werden sich auf Mehrarbeit einstellen müssen. Sogar auf dem Transfermarkt könnten die Bayern übrigens noch einmal aktiv werden. Bis Mitte des Monats können Nicht-Euroleague-Spieler verpflichtet werden.
RP