Traf zweimal für die Tölzer Löwen: Der erst kürzlich verpflichtete Egils Kalns. © Oliver Rabuser
Peiting: Die Freude über die wichtigen fünf Punkte, die der EC Peiting am Wochenende holte, fiel sehr verhalten aus. Grund dafür war die schwere Verletzung von Stürmer Marco Niewollik beim 7:6 Heimerfolg nach Penaltyschießen gegen den Verfolger Bayreuth. Nach einem Check von Gästekapitän Moritz Israel krachte der junge ECP-Stürmer ungebremst und mit dem Kopf voraus in die Bande. Nach minutenlanger Behandlung auf dem Eis wurde Niewollik in die Klinik geflogen. „Der Schock sitzt tief, unsere Gedanken sind bei Marco“, zeigte sich ECP-Coach John Sicinski erschüttert. Durch Verletzung, Krankheit und Sperre fehlen aktuell gleich sieben Leistungsträger.
„Ich muss die ganze Mannschaft mit nur 13 Feldspielern loben,“ urteilte Sicinsiki, dessen Team zwei Tage zuvor beim Schlusslicht Stuttgart einen sehr wertvollen 5:1-Sieg eingefahren hatte. „Jeder ist heute für den anderen eingesprungen,“ lobte Sicinski die kämpferische Leistung seiner dezimierten Truppe. Bei Lukas Gohlke und Dennis Krutsch platzte mit ihren ersten Saisontoren endlich auch der Knoten. „Für die beiden freue ich mich besonders“, ergänzte Siciniski, der noch ein Sonderlob parat hatte. „Konrad Fiedler war da, als wir ihn brauchten,“ hob der ECP-Coach die Leistung seines Goalies heraus.
Bad Tölz: Moral und Kampfgeist intakt, Powerplay verbessert, der Neue erledigt seinen Job, trotzdem gehen die Tölzer Löwen leer aus: Nach freiem Freitag ging ein aufregendes Spiel vor guter Kulisse gegen Memmingen am Sonntag 3:4 verloren. Zwar hielten die Hausherren das hohe Tempo des Oberliga-Vierten mit. „Wir haben nach vorne gut gespielt, aber nicht gut verteidigt, in der eigenen Zone Fehler gemacht“, moniert Trainer Axel Kammerer. Trotz eigener Chancen lagen die Tölzer schnell 0:3 zurück. Doch erst in dramatischer Schlussphase mussten sie sich geschlagen geben, nachdem sie auf 2:3 und 3:4 herangekommen waren und mit etlichen Top-Chancen den Ausgleich auf dem Schläger hatten.
Das hing zum einen mit Egils Kalns zusammen, der als Ersatz für den verletzten Martins Karsums geholt wurde, der für Jack Olmstead gekommen war. Dieser wiederum fand bei Memmingen ein neues Zuhause und spielte gegen die Löwen. Kalns jedoch erfüllte seinen Auftrag, brachte Tölz zweimal als eiskalter Vollstrecker per Direktabnahme auf 2:3 heran. In Szene gesetzt jeweils durch seinen kongenialen Sturmpartner Topi Piipponen, der um zwei Jahre verlängert hat. Kalns machte auch das Powerplay gefährlicher.
Riessersee: Wenn der SC Riessersee spielt, dann ist immer etwas geboten. Bei Begegnungen mit den Garmisch-Partenkirchnern fallen die zweitmeisten Tore in der Oberliga Süd: 343. Eine höhere Toregarantie gibt es nur bei Tabellenführer Heilbronner Falken, mit 353. Und auch zweistellige Ergebnisse, die eigentlich im Eishockeysport selten sind, kommen bei den Weiß-Blauen häufig vor. Am Sonntag unterlagen die Riesserseer bei der Neuauflage des Zweitligafinales von 2018 mit 2:13 beim SC Bietigheim-Bissingen – dabei stand es nach 48 Minuten schon 0:13. Die Bietigheimer nahmen damit erfolgreich Revanche für die 1:6-Niederlage aus dem vorigen Spiel in Garmisch-Partenkirchen zum Ausklang des Jahrs 2024. Für die Werdenfelser war es die vierte zweistellige Niederlage in einem Jahr. Im Februar 2023 hatten sie mit 2:11 in Weiden verloren. Das letzte Playoff-Spiel 2023/24 endete im März mit einem 1:10 bei den Hannover Indians, im vergangenen Oktober hatten sie in Heilbronn mit 6:12 den Kürzeren gezogen. .
Da die Riesserseer am Freitag ihre Hausaufgaben beim verdienten 3:1 gegen Passau erledigten, sind die Chancen für die direkte Qualifikation für die Playoffs intakt.
ROLAND HALMEL, NICK SCHEDER
TITUS FISCHER