„Visit Rwanda“. So wirbt der FCB für den Tourismus in dem afrikanischen Land.
München – Eine Platin-Partnerschaft mit dem Rwandan Development Board (RDB) bereitet den Verantwortlichen des FC Bayern dieser Tage Kopfzerbrechen: Die Außenministerin der Demokratischen Republik Kongo hat Bayern-Präsident Herbert Hainer in einem Brief dazu aufgefordert, die Sponsoring-Verträge mit dem Nachbarland Ruanda zu beenden (wir berichteten). „Während sie Ruanda als Touristenparadies anpreisen, fahren die ruandische Armee und die von Ruanda unterstützten M23-Rebellen fort, Zivilisten zu massakrieren und Millionen im Osten der Demokratischen Republik Kongo zu vertreiben“, schrieb Ministerin Therese Kayikwamba Wagner am Montag auf LinkedIn.
Hintergrund sind gegenwärtige Kriegshandlungen im Ostkongo. Auch die Eigentümer des FC Arsenal und Paris Saint-Germain erhielten das Schreiben, da sie ebenfalls Partnerschaften mit dem RDB führen.
Platin-Partnerschaft bereitet FCB Kopfzerbrechen
Unsere Zeitung weiß, dass die Münchner die Situation ernst nehmen und Vertreter des Clubs schnellstmöglich nach Ruanda reisen werden. In der Hauptstadt Kigali sollen Gespräche mit dem dortigen Vertragspartner stattfinden. Gleichzeitig stehen die Verantwortlichen mit zuständigen staatlichen Stellen in Deutschland im Austausch, um die Lage bestmöglich einschätzen zu können. Über mögliche Schritte soll dann entscheiden werden. Der FC Bayern hat mit dem RDB eine Sponsoring-Kooperation (Bandenwerbung) und mit dem Fußballverband und dem Sportministeriums Ruandas eine sportlich-soziale Kooperation über die Unterstützung beim Aufbau von Jugendfußballstrukturen.
Verantwortliche wollen nach Kigali reisen
Ruanda zählt zu den wirtschaftlich am stärksten wachsenden Ländern Afrikas. Ein wichtiger Partner dafür ist die Privatwirtschaft. Die Regierung ist daher bemüht, ausländische Investoren anzuziehen – auch aus der Welt des Sports.
Unter anderem findet die diesjährige Straßenrad-Weltmeisterschaft in Kigali statt, die NBA veranstaltet hier die Basketball Africa League und Ruanda hat sich für ein Formel-1-Rennen beworben.
M. BONKE, P. KESSLER