Rosenheim – Rosenheim gegen Landshut – dieses Duell der beiden Erzrivalen bietet immer wieder Geschichten, die man sich noch Jahre und sogar Jahrzehnte später erzählt. Bestes Beispiel das Tor von „Hiller, Hiller – Landshut-Killer“ aus den 90er-Jahren.
Am Sonntag war es vor 5022 Zuschauern (ausverkauft) wieder einmal soweit. In der Partie zwischen den Starbulls und dem EV Landshut (Endstand 4:3 nach Verlängerung) gab es zumindest aus Rosenheimer Sicht viele kleine und einen ganz großen Helden. Erwähnenswert ist sicher, dass Torhüter-Neuzugang Cody Porter in seinem zweiten Spiel den ersten Sieg einfuhr und das ausgerechnet im Derby. Außerdem gelangen Kevin Handschuh und dem jungen Michael Musin ihre ersten Saisontreffer. Der 18-jährige DNL-Spieler Musin rückte nur deshalb in den Kader, weil die Rosenheimer neun Ausfälle zu beklagen hatten. Bei der 2:3-Niederlage in Crimmitschau zwei Tage vorher waren es sogar zehn Spieler, die fehlten.
Über allen stand aber Verteidiger Shane Hanna. Eine Maschine auf dem Eis, ein Verteidiger, wie man ihn in Rosenheim lange nicht gesehen hat. Hanna räumte hinten auf und kurbelte das Offensivspiel an (Saisonbilanz: 13 Tore/15 Assists). Als es nach 60 Minuten 3:3 stand, entschied Hanna die Verlängerung binnen neun Sekunden mit einem unwiderstehlichen Solo aus dem eigenen Drittel.
„Er ist über das Eis geflogen“, sagte Trainer Jari Pasanen, der hauptverantwortlich dafür ist, dass Hanna vor eineinhalb Jahren nach Rosenheim kam. Er kannte ihn aus Dänemark: „Hanna war gegen uns immer der beste Spieler auf dem Eis.“ Im Vorjahr spielte der 30-jährige Modellathlet schon stark, war aber durch eine Armverletzung gehandicapt. Nun zeigt Hanna sein ganzes Potenzial, und Rosenheim kann sich glücklich schätzen, dass er für nächste Saison noch einen Vertrag hat.
HANS-JÜRGEN ZIEGLER