Ab sofort mit Schattenmann

von Redaktion

Als Führungskraft und Förderer bis 2026: Ist Neuer bereit für den Anfang vom Ende?

Bis 2026 ein Team: Neuer und Urbig. © IMAGO/Wagner

Einer wie keiner: Neuer mit all den Trikots, in denen er sich seit 2011 unsterblich gemacht hat. © FC Bayern

München – Der Deadline-Day war hektisch, auch beim FC Bayern. Aber während im Hintergrund Meldungen zu Leihgeschäften und Rückholaktionen von Mathys Tel, Adam Aznou und Gabriel Vidovic über diverse Schreibtische wanderten, sollte am Montag in der wichtigsten Personalie schon mal Nägel mit Köpfen gemacht werden. Egal, wer noch gehen oder kommen wollte, gewiss war seit 17 Uhr, dass Manuel Neuer auch in der Saison 2025/26 der Kapitän dieses FC Bayern sein soll. Die erste Säule steht.

Der 38-Jährige geht also in ein 15. Jahr beim deutschen Rekordmeister. Ein letztes, so wie es in den Interviews klang, die mit den plakativen Bildern verbreitet wurden. Man hat sich da schon etwas einfallen lassen, um den Mann, den Sportvorstand Max Eberl als „Identifikationsfigur und Gesicht über ein Jahrzehnt“ bezeichnete, entsprechend zu würdigen. Neuer inmitten all der Trikots, die er seit seinem Wechsel 2011 zwischen den Pfosten getragen hat. Dazu Lobhymnen aus allen Richtungen und Schlagsätze wie „Rekordhalter der Superlative“, „Leader auf und neben dem Platz“, „Weltmeister mit Charakter“. Alles legitim und gerechtfertigt – aber auch ein Indiz dafür, wie groß die Fußstapfen sein werden, die der „GOAT“ – Stand jetzt – 2026 hinterlassen wird.

Die Ziele bis dahin wurden diesmal schon anders formuliert als bei der letzten Verlängerung 2023. „Das Wichtigste ist, dass er fit bleibt“, sagte Sportdirektor Christoph Freund zwar, denn auch mit dann 39 soll Neuer „viele Spiele machen und die Führungspersönlichkeit bleiben, die er ist“. Parallel dazu – und das wurde bewusst auch öffentlich kommuniziert – ist es aber seine Aufgabe, „das Torhüterteam mit aufbauen“. Konkret heißt das, vor allem Jonas Urbig zu fördern und zu fordernd. Und auch wenn es niemand ausspricht, weiß Neuer, dass der Verzicht auf das eine oder andere Spiel dazugehören wird, um den Neuen reifen zu lassen.

Bei Alexander Nübel hat das einst nicht geklappt, auch Daniel Peretz durfte nur ran, wenn Neuer passen musste. Urbig, der an der Säbener Straße in seiner ersten Woche starke Trainingseindrücke gezeigt und jede Menge Sympathiepunkte gesammelt hat, soll aber Möglichkeiten bekommen. Wie das mit Neuers unbändigem Ehrgeiz zusammenpasst, wird sich ab Saisonstart 2025/26 zeigen. Zur Vertragsverlängerung sagte er: „Es geht bei null los. Ich habe schon viel erreicht, habe aber noch viele Ziele.“ Eins davon: „Nochmal nach Berlin kommen und den Pokal gewinnen.“ Sicherlich nicht als Ersatzkeeper…
H. RAIF, V. TSCHIRPKE, P. KESSLER

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