Bayern dankt dem Elfermonster

von Redaktion

Kane erlöst Bayern gegen Bremen – 3:0 bei lange zäher Celtic-Generalprobe

Arbeitsreicher Abend: Bayern (hier Kim) biss sich an der Bremer Abwehr lange die Zähne aus. © IMAGO

Erlösender Moment: Kane verwandelte auch den 13. von 13 Bundesliga-Elfmetern sicher – später kam ein weiterer dazu. © IMAGO

München – Flutlicht, eisige Temperaturen und ein grün-weißer Gegner: Es war am Freitagabend in der Allianz Arena alles angerichtet, um schon mal einen Hauch von Celtic zu spüren. Der 116. Nord-Süd-Gipfel des FC Bayern gegen Werder Bremen galt zwar nicht offiziell als Generalprobe für das am Mittwoch in Glasgow anstehende Playoff-Hinspiel in der Champions League, aber es ging für die Elf von Vincent Kompany doch darum, sich das nötige Selbstvertrauen für den Trip auf die Insel zu holen. Das gelang beim 3:0 (0:0) zwar immerhin vom Ergebnis her – die Bayern konnten ihren Vorsprung an der Tabellenspitze über Nacht auf neun Punkte ausbauen. Und dennoch gingen sie im Bewusstsein ins Bett, spielerisch im Celtic Park nicht nur eine Schippe drauf legen zu müssen.

Das erlösende 1:0 (56.) und auch das 3:0 in der Nachspielzeit mussten durch einen Elfemeter von Harry Kane fallen, weil den in der Liga 2025 noch ungeschlagenen Hausherren lange die Kreativität gefehlt hatte. Am Ende war der Sieg aufgrund der spielerischen Überlegenheit gegen ersatzgeschwächte, aber tapfer kämpfende Bremer verdient, auch weil der eingewechselte Leroy Sané noch zum 2:0 (82.) traf. Für eine richtig breite Brust aber konnte der Auftritt vor 75 000 Zuschauern in der eisigen Münchner Nacht nicht unbedingt sorgen.

Schon die Aufstellung zeigte, dass Kompany seiner vermeintlich ersten Elf ein gutes Gefühl geben wollte. Lediglich Sacha Boey stand anstelle von Konrad Laimer überraschend in der Startelf, Leroy Sané musste aufgrund einer leichten Erkältung passen und wurde durch Kingsley Coman ersetzt. Die Bayern hatten den Ball und zogen ihr Spiel auf, während die Gäste, die ohne ihren gesperrten Cheftrainer Ole Werner auskommen mussten, ihr Hauptaugenmerk auch mit der Not-Abwehr ohne Marco Friedl und Niklas Stark aufs Verteidigen legten. Und auch wenn sie das passabel machten, war es nur logisch, dass die ersten Chancen aufseiten der Gastgeber zu verzeichnen waren. Kane hatte die Führung nach einem Freistoß von Joshua Kimmich schon nach zwei Minuten auf dem Kopf, immer wieder sorgten Standards für gute Gelegenheiten. Aus dem Spiel heraus allerdings fehlte – auch beim ersten Schuss durch Boey (8.) – die Präzision.

Dass das auch im Aufbauspiel manchmal passierte, hätten andere Teams anders bestraft. Auch Bremen hatte immer wieder kurze Momente, in denen es schnell hätte nach vorne gehen können. In der 22. Minute brannte es das erste Mal ernsthafter im Bayern-Strafraum, als Lynen zum Abschluss kam. Die Bayern allerdings überstanden diese Minuten und fanden wieder zu mehr Ballsicherheit im Mittelfeld. Eine gute Gelegenheit hatte Coman, dessen Schlenzer auf dem Tor landete (28.); Olise versuchte es von der Strafraumgrenze (33.), Kane per Kopf (38./45.), Pavlovic aus der Distanz (43.). Doch zur Pause blieb es nach einer dominanten, aber uninspirierten ersten Halbzeit beim 0:0.

Dass es nach dem Seitenwechsel anders werden sollte, zeigte Kane in der ersten Minute nach Wiederanpfiff – allerdings traf er die Latte (46.). Musiala und der Stürmer kamen deutlich schwungvoller aus der Kabine, dennoch passte es zu dem Abend, dass das erlösende Tor aus einem ruhenden Ball fallen musste. Nach einer Chipflanke in den Strafraum nahm Kane die Kugel direkt vor Jung an – der Ball prallte dem Bremer an den Arm. Handelfmeter – und Kane ist eben Kane: Er verwandelten auch seinen 13. Bundesliga-Strafstoß sicher (56.). Bis man nachlegen konnte, dauerte es bis zur 82. Minute. Sané wurde von Laimer bedient. Und dann durfte Kane nochmal vom Punkt ran (90.+5). Bremen war nicht Kiel – und drehte nochmal richtig auf. Nur: Bremen ist halt auch nicht Celtic…
HANNA RAIF, VINZENT TSCHIRPKE

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