Bayern kann auch Arbeit

von Redaktion

Baskets siegen in Europa und ahnen: Haben uns entwickelt

Können auch defensiv: Andi Obst (r.) und Danko Brankovic (li.) gegen Villeurbanne. © IMAGO

München – Als der Doppelschlag in Europa eingetütet war, da war es auch bei Gordon Herbert mit der ganz großen Zurückhaltung vorbei. „Wir wollen in die Top-6“, sagte der Trainer der Basketballer des FC Bayern, „wir wollen direkt in die Playoffs.“ Nun gut, das passt zur Herangehensweise des Kanadiers, der bereits zu seinem Amtsantritt das Final-4 der Euroleague zu seinem Ziel mit den Bayern erklärt hatte. Weil „du im Sport Visionen brauchst“.

Allerdings: der Glaube der Münchner an das ganz große Ziel ist in diesen Tagen im Münchner Lager noch einmal sprunghaft gestiegen. Und das lag auch an der Art, wie die letzten Erfolgserlebnisse in Europa, wie in Kaunas oder nun gegen Mailand und Villeurbanne eingespielt wurden. Denn die Bayern haben sich weiterentwickelt. In der ersten Halbserie gewann der Double-Sieger viele Spiele, weil Carsen Edwards, Devin Booker oder auch Andi Obst mit teilweise astronomischen Quoten die defensiven Defizite wettmachten.

Gerade in dieser Woche zeigten die Bayern neue Qualitäten. Sie verteilten die Gewichte breiter über den nun, abgesehen von Center Booker (Innenband im Knie) wieder komplettern Kader. Am Donnerstag etwa verewigten sich gleich neun der zehn eingesetzten Profis auf der Anzeigetafel. Darunter auch Danko Brankovic, der gemeinsam mit Weltmeister Johannes Voigtmann auch im zweiten Einsatz der Woche Bookers Fehlen kompensierte. Acht Punkte, sechs Rebounds und drei Blocks sind ein respektabler Arbeitsnachweis für 13 Einsatzminuten. Obst jedenfalls ist sich sicher: „Wir haben uns als Mannschaft weiter entwickelt.“

Und man kann sich darüber streiten, ob es von Vorteil ist, dass die Königsklasse unter anderem wegen der Pokalwoche gleich für drei Wochen pausiert. Erst am 27. Februar müssen die Bayern in Europa wieder ran. Dann geht es zum starken Neuling Paris Basketball, mit dem man sich zum Saisonauftakt ein legendäres 109:107-Offensivspektakel geliefert hatte.

National geht es derweil schon am Sonntag weiter. Um 15 Uhr wartet der unangenehme Trip nach Vechta. Zur Erinnerung: Im Hinspiel handelten sich die Münchner gegen die Niedersachsen eine ziemlich vermeidbare Heimniederlage ein. Zwei Tage später, am Dienstag, später folgt im BMW Park die Pokal-Generalprobe gegen Frankfurt. Mit den BBL-Partien vor den Pokalturnieren in der Regel auch wenig gute Erfahrungen.
RP

Artikel 3 von 11