Bedröppelte Pudel: In den Heimspielen geht bei Magdeburg nichts. Der letzte Sieg gelang im Februar 2024.
Hoch konzentriert: Beim 5:2 auf Schalke traf Knipser Martijn Kaars gleich viermal. © Imago
Magdeburg – Martijn Kaars musste nach seinem nächsten Gala-Auftritt fast schon ehrfürchtig lachen. „Am besten zweimal 5:2 gewinnen“, scherzte der Torjäger des 1. FC Magdeburg mit Blick auf die beiden kommenden Spiele, in denen der Mann der Stunde mit seinem Team endlich den Heimfluch beenden will. Fast ein Jahr ist der letzte Dreier im eigenen Stadion her – und trotzdem mischt der FCM im Aufstiegskampf der 2. Bundesliga kräftig mit.
Die Statistiken könnten dabei kurioser kaum sein: 28 Punkte und 32 Tore nach elf Gastauftritten bedeuten jeweils einen Zweitliga-Rekord. Platz eins in der Auswärtstabelle steht aber Rang 18 in der Heimtabelle gegenüber, insgesamt genügen die 35 Punkte für den Relegationsplatz. Zuletzt feierte Magdeburg bei Schalke 04 den dritten 5:2-Auswärtssieg in Serie, den letzten Dreier vor heimischem Publikum gab es am 24. Februar 2024 – ebenfalls gegen S04.
Viererpack auf Schalke
Damals noch ohne Kaars, der Düsseldorf, Elversberg und die Königsblauen auswärts zuletzt fast im Alleingang besiegte. Neun Tore und drei Vorlagen steuerte der 25-Jährige in diesen drei Spielen bei, auf Schalke gelang ihm der erste Viererpack seiner Karriere. „Die 2. Bundesliga ist perfekt für mich“, schwärmte der Niederländer bei Sky. Im Sommer zahlte der FCM 800 000 Euro für den Mittelstürmer, der sich als Königstransfer erweist.
Sein Auswärts-Geheimnis? „Die Heimteams wollen spielen und pressen hoch, da gibt es Räume für mich“, sagte Kaars, der perfekt in das vertikale Spiel der Magdeburger passt. Rund 40 Sprints pro Spiel zieht er an, deutlich mehr als Florian Wirtz, der die Statistik im Oberhaus anführt. „Wenn ich rennen kann und diese Bälle bekomme, dann mache ich einfach die Tore.“
Mit 14 Treffern – zwölf davon in der Fremde – steht er ganz oben in der Torjägerliste, gegen Nürnberg am Samstag (13.00 Uhr/Sky) und eine Woche später gleich nochmal daheim gegen den 1. FC Köln will „Mister Auswärts“ nun aber endlich auch im eigenen Stadion durchstarten. „Wir müssen zuhause gewinnen, sonst wird der Aufstieg sehr schwer“, sagte Kaars dem MDR.