Basics und Fanrückhalt als Erfolgsrezept: Nico Kovac hat einen klaren Plan mit Borussia Dortmund. © Bernd Thissen/dpa
Zuletzt hatte Karim Adeyemi bei Borussia Dortmund einen schweren Stand. Doch der neue Trainer Nico Kovac will ihm die Chance geben, sich zu zeigen. © IMAGO/Weis/TEAM2sportphoto
Dortmund – Jetzt wird es ernst: Niko Kovac steht vor seinem Debüt als Trainer des Fußball-Bundesligisten Borussia Dortmund. Direkt im ersten Spiel unter dem neuen Coach erwartet der BVB am Samstag (15.30 Uhr/Sky) eine schwere Herausforderung – der Vizemeister VfB Stuttgart. Die Mannschaft von Trainer Sebastian Hoeneß, die sich erst am vergangenen Dienstag im DFB-Pokal-Viertelfinale mit einem knappen 1:0 gegen den FC Augsburg durchsetzen konnte, wird den Dortmundern sicherlich alles abverlangen.
Die Fans sollen den Unterschied machen
Doch Kovac, der die Mannschaft mit frischem Elan und klarer Botschaft auf den Platz schickt, setzt auf einen entscheidenden Faktor: die Unterstützung der eigenen Anhänger. „Es geht darum, Spaß und Freude zu vermitteln. Wenn die Spieler das spüren, werden es die Fans merken und mitfeiern“, erklärte Kovac. Die Spieler seien „positiv gestimmt“ und „könnten es kaum erwarten, die Punkte zu holen, die wir unbedingt brauchen.“
Der Schlüssel zum Erfolg liege für Kovac darin, die Mannschaft „mental“ auf die nötige Leistung vorzubereiten: „Wir müssen die richtigen Läufe machen und vor allem einen guten Geist auf den Platz bringen“, so der 52-Jährige. Wichtig sei zudem eine enge Symbiose zwischen Spielern und Fans. Kovac setzt auf ein einfaches Motto: „Keep it simple“, die Mannschaft solle sich auf die Basics konzentrieren. Bei den Neuzugängen Carney Chukwuemeka und Daniel Svensson will er den Fokus auf ihren körperlichen Zustand legen und Rücksicht nehmen.
Der BVB hat sich mit dem Trainerwechsel nach wie vor in einer schwierigen Situation wiedergefunden. Als Tabellenelfter ist man derzeit weit hinter den eigenen Erwartungen zurück. Kovac leitete nach seinem Amtsantritt am Sonntag sein erstes Training, während der 2:1-Sieg gegen den 1. FC Heidenheim am vergangenen Samstag noch unter Interimstrainer Mike Tullberg zustande kam.
„Es war eine sehr intensive Woche“, so Kovac über seine ersten Tage bei Dortmund. „Wir waren täglich von früh bis spät hier, um alles kennenzulernen. Es gibt viele neue Gesichter und Namen, aber langsam bekomme ich alles in den Griff.“ Auch wenn er sich noch ab und zu verlaufe, sei es ein „spannender Prozess“, wie er hinzufügt.
Adeyemi bekommt eine neue Chance
Ein zentrales Thema unter Kovac ist die Neuausrichtung von Spielern wie Karim Adeyemi, der zuletzt in die Kritik geraten war. Kovac gibt dem Nationalspieler eine neue Chance, stellt aber klare Anforderungen: „Fußball besteht nicht nur aus Angriff, sondern auch aus Verteidigung. Da zählt er auch dazu“, sagte der Trainer. Der 23-Jährige sei motiviert und bekomme von ihm das nötige Vertrauen. „Ich wünsche mir, dass er seine Geschwindigkeit einsetzt und seine Fähigkeiten voll ausspielt – dann ist er schwer zu bremsen“, so Kovac. Adeyemi hatte unter Interimscoach Tullberg beim 2:1-Sieg in Heidenheim eine gemischte Rolle gespielt und war zur Pause eingewechselt, aber kurz vor Spielende wieder ausgewechselt worden.
Als Tabellenelfter steht der BVB nach 20 Spieltagen und dem Trainerwechsel unter Druck. „Wir haben schon das Potenzial, nach vorne zu kommen“, befand Kovac nach seiner ersten Trainingsgwoche in Dortmund. „Die Mannschaft hat Qualität.“