OBERLIGA-TOUR

Endlich knackt Tölz ein Top-Vier-Team

von Redaktion

Riessersee zum Siegen verdammt, Peiting fehlt immer ein bisschen was

Den Steelers einen halben Schritt voraus: Der Tölzer Topi Piipponen (l.) setzt sich gegen Bietigheims Dennis Dietmann durch. © Oliver Rabuser

Bad Tölz: Im letzten Kräftemessen mit den Top-Vier haben sie es geschafft: Nach teils unglücklichen Niederlagen gegen Memmingen (3:4), Deggendorf (4:5) und dem 4:7 am Freitag bei Oberliga-Spitzenreiter Heilbronn setzten sich die Tölzer Löwen am Sonntag in einem Eishockey-Krimi gegen den Tabellenzweiten Bietigheim durch. „Wir haben uns mal für den enormen Aufwand belohnt, den wir auch schon in den Spielen davor betrieben haben“, sagt Trainer Axel Kammerer. Dank einer meist strukturierten Abwehr, zwei Treffern zum richtigen Zeitpunkt und einem laut Kammerer „überragenden Christopher Kolarz“ im Tor verteidigten die Löwen den knappen Vorsprung über die Ziellinie.

Allerdings hilft ihnen der Sieg noch nicht genug im Hinblick auf das Rennen um die direkte Playoff-Teilnahme, weil sie bei gleichzeitigem Lindauer Penalty-Sieg auf Rang sieben verweilen. In den verbleibenden vier Spieltagen hat sich ein Vierkampf um die Plätze fünf und sechs herausgebildet: Die Löwen bestreiten ein Fernduell mit Riessersee, Höchstadt und eben Lindau, die alle noch Chancen auf die Play-offs haben. Den Löwen bleiben nach den Begegnungen mit den besten vier Teams nun vier machbare Aufgaben mit Gegnern aus dem Tabellenkeller. Erstes davon am Dienstagabend bei den EHF Passau, wo Tölz unter Kammerer noch nie gewonnen hat.

Riessersee: Das Fehlen des eigenen Topscorers erschwert es natürlich, dem Spitzenreiter nach bislang drei deftigen Niederlagen vielleicht doch einmal ein Bein zu stellen. Doch Robin Soudek war krank, die Maßnahmen der Hintermannschaft bei den Gegentoren ohne ausreichend Wirkstoff, und die Heilbronner Falken letztlich zu abgezockt. Immerhin war der SC Riessersee beim 3:5 nahe dran wie selten. Zuvor waren 27 Gegentreffer aus drei Spielen zu verdauen, zuletzt ein 2:13 in der Kähtchenstadt. Ein Sieg wäre gleichbedeutend mit einem massiven Bonus im Endspurt um die bestmögliche Hauptrundenplatzierung gewesen. Nun sind die Garmisch-Partenkirchner in den Partien gegen Stittgart (heute) und Füssen (am Freitag) zum Siegen verdammt, um das Rennen mit Höchstadt, Lindau und Bad Tölz weiter eng zu halten.

Auffällig gut präsentiert sich dabei Johannes Steinhübl. Der 17-Jährige fällt durch seine Courage in den beiden ersten Sturmreihen auf. Weniger Glück hatte der zwei Jahre ältere Tim Hettich. Er brach sich im Match gegen Peiting vergangenen Dienstag das Handgelenk.

Peiting: Zu Beginn der Saison schaffte es der EC Peiting noch, einige enge Partien für sich zu entscheiden. In den letzten Wochen und Monaten fehlt dem ECP jedoch oft das dafür nötige Quäntchen. Das war auch beim Gastspiel beim Höchstadter EC der Fall. Bei der 2:3-Niederlage beim Tabellenfünften gingen die nach wie vor stark ersatzgeschwächten Pfaffenwinkler zum neunten Mal in dieser Spielzeit als Verlierer mit nur einem Treffer Rückstand vom Eis. „Die Jungs geben wirklich alles. Sie investieren enorm viel, aber sie wurden leider nicht belohnt“, bescheinigte ECP-Coach John Sicinski seiner Rumpftruppe einen guten Auswärtsauftritt, jedoch ohne Erfolgserlebnis.

Zwei Tage zuvor hielten die Peitinger ohne sieben Stammkräfte die Heimpartie gegen Lindau bis acht Minuten vor Schluss offen. Drei Treffer der Islanders besiegelten dann aber die 0:4-Heimniederlage des ECP. „Heute war etwas drin, aber keine Tore, keine Punkte“, ärgerte sich Sicinski über mögliche Punkte im engen Duell um die Pre-Playoffs. Etwas Trost für die Peitinger waren die Ergebnisse der Verfolger, die durchwegs auch Federn ließen. Vor dem vorletzten Hauptrundenwochenende hat der ECP jetzt noch ein Sieben-Punkte Polster auf die punktgleichen Bayreuther und Passauer, die auf Platz elf und zwölf lauern. „Der eine oder andere Spieler kommt jetzt auch zurück“, hofft Sicinski zudem auf etwas mehr Personal im Endspurt.
NICK SCHEDER, OLIVER RABUSER

ROLAND HALMEL

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