ZUM TAGE

Und am Ende gibt es doch kein Skript …

von Redaktion

Super Bowl

Wie bewertet man einen Super Bowl? Er ist das Finale, das große Ziel der 32 Teams in der National Football League. Und sicher auch der Höhepunkt der Durchkommerzialisierung des Sports. Was beim Fußball oft kritisiert wird, wir erinnern uns an die ausgepfiffene Helene Fischer während eines Auftritts beim DFB-Pokalfinale, funktioniert beim Football und wird gefeiert. Sport und Entertainment gehen hier Hand in Hand.

Die NFL ist eine Vermarktungsmaschinerie, mit 20 Milliarden Dollar Umsatz stellt sie alle Profiligen in den Schatten. Es geht darum, die sportlichen Geschichten der Hochleistungsathleten bestmöglich zu erzählen. Die Geschichte des diesjährigen Super Bowls war dann schnell auserzählt. Rache oder Dynastie waren die Schlagwörter vor dem Duell zwischen den Kansas City Chiefs und den Philadelphia Eagles. Die Chiefs verpassten es, zum dritten Mal hintereinander den Super Bowl zu gewinnen. Die Eagles verhinderten schon wieder, damals bei den Patriots, den sogenannten „Three-peat“. Sportlich kam keine Spannung auf, weil schon früh im Spiel zu sehen war, dass Patrick Mahomes, Quarterback von Kansas, ausgerechnet im wichtigsten Spiel der Saison sein schlechtestes Spiel der Saison hatte. Keine Mahomes-Magie, keine Antworten vom legendären Trainer Andy Reid. Popstar Taylor Swift wurde auf den Rängen ausgebuht, ihr Freund Travis Kelce hätte es für die Leistung auf dem Platz verdient gehabt.

Nach der Ära der Patriots mit Tom Brady hatten viele Fans Sorgen, dass nun der Zug der Chiefs unaufhaltsam durch die Liga rollt. Es gab sogar die hartnäckige Verschwörungstheorie, dass die Liga einem Skript folgt, das Kansas als Dauer-Sieger vorsieht und die Schiedsrichter fleißig mithelfen. Der Erfolg der Eagles tut gut, zeigt die Unberechenbarkeit der Liga, die sportliche Ausgeglichenheit durch das Draft-System, es gibt keinen Serienmeister wie in der Bundesliga.

Und nun zum Entertainment? Da sah es eher durchwachsen aus. Die Liga hat für die Halbzeit-Show einen Vertrag mit Roc Nation, dem Unternehmen von Hip-Hop-Legende Jay Z. Der fünffache Grammy-Gewinner Kendrick Lamar wurde ausgewählt, erreichte trotz Gastauftritten von Samuel L. Jackson und der tanzenden Serena Williams aber nicht die Herzen der (meisten) Fans. Es war alles perfekt durchchoreografiert, aber die Magie fehlte an diesem Abend.

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