Frust von der Seele geschossen

von Redaktion

3:0 in Lissabon: Der BVB sorgt in der Königsklasse für eine komfortable Ausgangslage

Niko Kovac strahlt über den ersten Sieg. © IMAGO

Avancierte zum Matchwinner: Serhou Guirassy. © IMAGO

Lissabon – Ein Sieg für die Seele: Borussia Dortmund ist in der Champions League auf Achtelfinalkurs – und will jetzt eine Serie starten.

Nachdem sich Rekordjäger Serhou Guirassy und Co. den Frust der vergangenen Wochen von der Seele geschossen und den so wichtigen Sieg gegen die quälenden Selbstzweifel gefeiert hatten, hob Lars Ricken mahnend den Zeigefinger. „Das war fürs Selbstbewusstsein richtig gut, aber wir dürfen jetzt nicht die ganze Saison vergessen“, sagte der Sport-Geschäftsführer von Borussia Dortmund nach dem 3:0 (0:0) im Play-off-Hinspiel bei Sporting Lissabon, mit dem der BVB das Ticket fürs Achtelfinale der Champions League fast schon sicher hat.

Die Mannschaft habe beim ersten Sieg unter dem neuen Trainer Niko Kovac ein „gutes Spiel“, gar ein „top Spiel“ gezeigt, lobte Ricken, darauf ausruhen dürften sich die Spieler aber nicht. „Abhaken!“, forderte er: „Jetzt ist wichtig, den Willen zu zeigen, das zu bestätigen. Bochum wartet – das Selbstbewusstsein müssen wir jetzt kurzfristig mitnehmen.“

Dies forderte auch Sportdirektor Sebastian Kehl mit Blick aufs Duell beim VfL Bochum am Samstag (15.30 Uhr/Sky). „Es war nur ein erster Schritt“, sagte er: „Wir wissen, dass wir noch eine Menge Schritte vor uns haben. Damit müssen wir direkt in der Bundesliga weitermachen.“

Ein solcher Sieg in der Königsklasse, den sich der BVB nach rumpeligem Beginn dank einer starken Leistungssteigerung verdient hatte, fühle sich „natürlich gut“ an, gab Kapitän Emre Can zu: „Siege tun immer gut. Das ist unser Anspruch bei Borussia Dortmund. Das haben wir leider nicht so oft erlebt, wenn wir ehrlich sind.“

Kovac habe nach der schwachen ersten Halbzeit „die richtigen Worte gefunden“, sagte Ricken: „Wie wir aus der Kabine gekommen sind, als wäre eine Handbremse gelöst worden, extrem mutig, laufstark. Die Spielfreude war auf einmal da.“ Allen voran Guirassy spielte sich in einen Rausch.

Das 1:0 erzielte er selbst (60.), dann legte er den ersten Treffer für Pascal Groß (68.) im BVB-Trikot auf. Zudem traf Karim Adeyemi (82.). Guirassy ist in der Königsklasse nun an 13 Toren beteiligt – zehn hat er geschossen, drei weitere aufgelegt. Nicht einmal Robert Lewandowski oder Erling Haaland ist das für Dortmund in der Champions League gelungen. Diese Zahlen sprächen für sich, sagte Kehl: „Serhou war wirklich überall, er hat der Mannschaft extrem geholfen. Wir haben eine Menge Qualität, aber müssen zusammenstehen – und durch diese schwierige Zeit gemeinsam durch.“

Vor allem aber benötigt der BVB nun Konstanz, nur mit einer Erfolgsserie kann Dortmund den Rückstand in der Liga auf die Champions-League-Ränge aufholen. Sieben Punkte fehlen auf den Tabellenvierten RB Leipzig. Als Elfter hinkt Dortmund den eigenen Ansprüchen meilenweit hinterher.

Das laut Ricken „überragende Statement“ gegen Sporting soll Auftrieb geben und Startschuss für erfolgreiche Wochen sein. Nach dem Bochum-Duell kommt Lissabon nach Dortmund, im Rückspiel am Mittwoch (18.45 Uhr/DAZN) will der BVB sein Achtelfinalticket lösen.

Kovac ist der dritte Trainer in dieser so schwierigen Saison – findet er die Lösungen? „Wenn ich in die Zukunft schauen könnte, wäre es leicht“, sagte er lächelnd. Sein Team habe „so viele Qualitäten“. Seine Lösung? „Positiv bleiben“, betonte Kovac.
SID

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