Hat sich Alonso verzockt?

von Redaktion

Rotation gegen Wolfsburg sorgt für Kritik – 8 Punkte Rückstand auf Bayern

Alles in Ordnung: Bayer Leverkusens Trainer Xabi Alonso will Unruhe vor dem Duell mit den Bayern vermeiden. © IMAGO

Aufholjagd: Mit Florian Wirtz zurück in der Startaufstellung soll der Angriff auf die Tabellenspitze gelingen. © IMAGO/Christian Schroedter

Leverkusen – Ziemlich genau ein Jahr liegt Xabi Alonsos Meisterstück inzwischen zurück. Damals verneigte sich die internationale Presse vor dem 43-Jährigen, nachdem er mit Bayer Leverkusen die Bayern mit einem 3:0-Sieg düpiert hatte. Die 3:0-Gala im Februar 2024 ebnete den Weg zum Titel. Nun, zwölf Monate später, muss sich der Spanier allerdings erstmals seit langem wieder unangenehmere Fragen gefallen lassen.

Hat Alonso, dem bislang fast alles gelang, die Meisterschaft leichtfertig verzockt? Und das ausgerechnet vor dem Wiedersehen mit den Münchnern? Der Bayer-Coach widersprach energisch, als er am Wochenende seine Rotation verteidigen sollte. „Nein“, betonte er überzeugt. Acht Wechsel in der Startelf und der Verzicht auf Florian Wirtz beim 0:0 in Wolfsburg seien nicht zu viel gewesen.

Dennoch steht Leverkusen vor dem Topspiel am Samstag (18.30 Uhr/Sky) unter Druck: Der Punktverlust hat den Rückstand auf die Bayern auf acht Zähler anwachsen lassen. Hoffnungsträger ist Florian Wirtz, dessen Bedeutung für die Mannschaft Granit Xhaka zuletzt bei Sky noch einmal unterstrich. Gleichzeitig beeindruckt Alonso sein Team mit seiner stoischen Ruhe – unabhängig davon, ob es gerade läuft oder nicht. Und auch wenn die Ausgangslage alles andere als ideal ist, macht zumindest seine Bayern-Bilanz Mut: In fünf Duellen blieb er ungeschlagen, holte drei Siege und zwei Remis.

Doch die Leverkusener Verantwortlichen blicken bereits über die aktuelle Saison hinaus. Sie hoffen, den begehrten Trainer langfristig zu halten – und damit auch Stars wie Wirtz. „Wir gehen davon aus, dass er bleibt. Es gibt keine anderen Signale“, sagte Geschäftsführer Fernando Carro dem Kölner Stadt-Anzeiger.

Nachdem Alonso im März 2024 den Bayern und den FC Liverpool abgelehnt hatte, gilt Real Madrid als heißer Anwärter. Der Ex-Profi (2009–2014) steht angeblich ganz oben auf der Wunschliste der Madrilenen. Doch mit Carlo Ancelotti, der seinen Verbleib bei Real wohl langfristig plant, könnte sich ein Wechsel verzögern. Vieles spricht daher für ein weiteres Alonso-Jahr in Leverkusen – ganz zur Freude der Leverkusener.
SID

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