Heidenheims Märchen wird zum Problem

von Redaktion

Europa kostet Kraft fürs Abstiegsrennen

Zwischen Last und Spektakel: Sirlord Conteh (rotes Trikot) und seine Heidenheimer in der Conference League. © IMAGO

Kopenhagen – Wenige Monate ist es erst her, da schöpften die Spieler des 1. FC Heidenheim regelmäßig Kraft in einer ungeahnten Wohlfühloase. Drei Siege in drei Spielen – das Überraschungsteam von der Ostalb ritt bei der Europapokal-Premiere eine Erfolgswelle und tankte ordentlich Selbstvertrauen. Doch die Welle brach, für ihren märchenhaften Aufstieg bis in die Conference League zahlt die Mannschaft von Trainer Frank Schmidt inzwischen einen hohen Preis.

In der Bundesliga steckt Heidenheim als Tabellen-16. im Abstiegskampf. Die Tristesse des Liga-Alltags trübt die Vorfreude auf das nächste europäische Abenteuer gewaltig. „Jedem ist bewusst, dass die Bundesliga viel, viel wichtiger ist“, sagte Kapitän Patrick Mainka nach der Niederlage beim SC Freiburg (0:1) am Samstag. Das Play-off-Hinspiel beim FC Kopenhagen am Donnerstag (21.00 Uhr/RTL) wird kein Genuss.

Torhüter Kevin Müller stellte aber klar, sein Team reise bestimmt nicht nach Dänemark, „um uns für die Bundesliga zu schonen“. Die Conference League sei „ein anderer Wettbewerb, wo du dir auch Selbstvertrauen holen kannst, wenn du es positiv gestaltest. Deshalb wollen wir auch erfolgreich sein.“

Dass niemand gerne Spiele verliert, liegt auf der Hand. Jedoch könnte sich ein Aus im Europapokal schon kurzfristig als Segen entpuppen und zusätzliche Power im Rennen um den Klassenerhalt bedeuten. Union Berlin etwa hatte beim Champions-League-Debüt im vergangenen Jahr mit vergleichbaren Sorgen in der Liga zu kämpfen, schaffte nach dem frühzeitigen Ausscheiden aber letztlich die Rettung.

Zudem bedeutet schon der Einzug in die K.o.-Runde einen riesigen Erfolg für den „Fußball-Zwerg“ Heidenheim. Zur Erinnerung: Schmidt und seine Mannschaft spielen aktuell erst ihre zweite Saison in der Bundesliga. Eine weitere ist das allererste Ziel, das Spiel gegen Kopenhagen deshalb eher ein weiteres Highlight.

„Wir müssen versuchen, diesen berühmten Bock in unsere Richtung zu drücken“, sagte Mainka, „und das Momentum dann ins Spiel gegen Mainz mitzunehmen.“ Gegen die 05er kämpft Heidenheim am Sonntag um Punkte.
SID

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