TV-KRITIK

Leider ohne Mustard von Rod

von Redaktion

Rod Stewart

Willkommen aus dem Paradies! Wir meinen damit nicht unsere zauberhafte Sportredaktion, sondern das „Paradise“, wie der Fußballtempel von Celtic Glasgow im Volksmund heißt. Quasi Kathedrale dahoam. Anlässlich der Ehrenrunde des FC Bayern haben wir uns in bester Schotten-Manier gefragt, wo DAZN gegeizt hat, und wo man großzügig war. So viel vorab: Michael MacBallack hat nicht mit Worten gegeizt.

– Das Gedöns: Bei der Moderatorengage hat DAZN geknapst. Denn der junge Freddy Harder macht den Job sicherlich günstiger als die unentschuldigt abwesende Laura Wontorra. Freddy sparte nicht mit Komplimenten für Mr. MacBallack und verriet, „was ich bei großen Spielern wie Dir bewundere und herausragend finde“. Und der Vorsitzende des Ballack-Fanclubs Ismaning wusste: „Harry Kane hat 11 Prozent seiner Elfmeter verschossen, Michael Ballack nur 6 Prozent.“ Das verbindet DAZN und Celtic: Beide haben einen Schmeichel.

– Der Experte: Es war fies, dass bei DAZN Ballack analysierte, während nebenan bei CBS Rod Stewart seinen Mustard zum Spiel dazu gab. Menno, DAZN, für 44,99 Euro im Monat wollen wir auch einen Rockstar! Was Roddy erzählt hat, war sicherlich simpler als die Ausführungen von Ballack, der sich nicht als Sprach-Schotte hervortat. Nachdem Freddy Schmeichel die Stimmung und die Atmosphäre heraushob, ergänzte sein Experte und Plural-Skeptiker: „Die Stimmung und die Atmosphäre ist hier natürlich herauszuheben.“ Typische Ballack-Analyse über die Bayern: „Ja natürlich haben sie die individuelle Klasse, um eigentlich aus jeder Position, gefährlichen Position, und dazu zählt natürlich n Elfmeter in erster Linie, n Tor zu machen.“ Sie merken natürlich, dass der Michael natürlich für jedes „natürlich“ bezahlt wird.

– Der Kommentator: Jan Platte bekam vom Freddy ebenfalls ein Zuckerl ab, als „unsere Stimme für große CL-Abende“. Jeder Mensch sollte seinen eigenen Freddy haben, der einem immer erzählt, wie toll man ist. Platte feierte blumig das „Bayern-Nachsitzen in einem der schönsten Klassenzimmer Europas“. Und er warnte großzügig: „Das erinnert sehr an Feyenoord.“ Nach den Toren gab’s dann aber Lob für „royale Bayern“. Beim 2:0 bestaunte Platte „die große Freiheit des Harry Kane“. Da haben die Schotten an Bewachern gegeizt.

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