TV-KRITIK

41 Musiala-Bommerlunder

von Redaktion

Gute Laune beim Spitzenspiel: Jamal Musiala, Tabea Kemme und Lothar Matthäus. © Sky

Der deutsche Clásico ist tot, es lebe der „Germanico“! Der Liga-Gipfel zwischen den Beton-Bayern und den Danebenschieß-Leverkusenern hat die Menschen in weltweit 200 Ländern nicht begeistert. Von Grönland übers Emsland bis zum Bauerwartungsland haben sich die Menschen gefragt: War das Fußball, oder haben wir uns in der Sportart geirrt? Auch Sky hat Fragen aufgeworfen. Sebastian Hellmann erkannte früh: Da hilft nur Schnaps, viel Schnaps.

– Das Gedöns: Wie immer bei solchen vermeintlichen Spektakeln hat sich Sky leider etwas Besonderes ausgedacht. Diesmal verkündete Moderator Hellmann als Novität: „Wir machen ne Strichliste, wer wann wie oft Wirtz und Musiala sagt.“ Da dachten sich viele Zuseher: Okay, und wir trinken jedes Mal einen Kurzen dazu. Ergebnis vor dem Anpfiff: 49 Wirtz-Schnäpse gegen 41 Musiala-Bommerlunder. Nur so war’s auszuhalten. Trinkspiel statt Flinkspiel.

– Die Grammadig: Zunächst war Lothar beinahe euphorisch. Er verkündete: „Ich freue mich vor allen auf beide Trainer.“ Daran sieht man, dass er vor allen kein Pronomen-Profi ist. Später erklärte er, dass die Hochprozenter Wusiala „die Spieler sind, wo auch das Vertrauen der Mitspieler bekommen“. Hierbei spricht man vom Klinsmann-„Wo“, weil Klinsi der war, der wo immer so geredet hat. Wie erfreulich war dagegen die Genitiv-Sattelfestigkeit von Wolff Fuss, der bei Bayern-Comebacker Ido (O-Ton Lothar) „eine Frage des Rhythmusses“ erkannte. Tabea Kemme musste erst googeln, wer dieser Paul Breitner war, der 1981 der war, der wo so viele Elfmeter verwandelt hat wie Harry Kane: „Das war zehn Jahre vor meiner Geburt.“ Die jungen Dinger kennen die Legenden nicht mehr, schlimm ist das.

– Der Kommentator: Wolff Fuss hat fragwürdige Ernährungsgewohnheiten. Jedenfalls wusste er, dass sich Musiala für 25 Mio im Jahr weiterhin „drei warme Mahlzeiten am Tag leisten kann“. Von Kompanys Mauer-Power war er geschockt: „Wie lange hält das Abwehrbollwerk der Bayern? Das sind Sätze, von denen man nicht gedacht hätte, dass man sie jemals sagen würde.“ Die Torgefährlichkeit der Münchner nannte Fuss „nahezu niedlich“. Am Ende einigte man sich auf ein schiedlich-niedliches 0:0. Nicht nur die anspruchsvollen Zuschauer im Fußball-Schlaraffenland waren schwer enttäuscht.

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