Pius Paschke – es läuft einfach nicht mehr. © Inderlied/dpa
Sapporo – Der „Kasai von Kiefersfelden“ hängte zumindest die japanische Originalversion deutlich ab. 14 Plätze landete Pius Paschke zum Weltcup-Abschluss in Sapporo vor dem 52 Jahre alten Noriaki Kasai – was die deutsche Skisprung-Hoffnung allerdings wenig aufbaute. Denn in der Form der völlig verkorksten Generalprobe wird Paschke bei der anstehenden WM in Trondheim ähnlich viel zu tun haben wie Japans „Flugsaurier“ – trotz trotziger Zuversicht.
„Ich habe ein paar positive Sachen gesehen, es geht wieder in die richtige Richtung“, sagte der 34-Jährige trotz der indiskutablen Plätze 23 und 31 bei der Flugshow von Japans Topstar Ryoyu Kobayashi, der beide Springen gewann: „Die Trefferquote ist noch nicht so gut. Aber die Sprünge fühlen sich wieder mehr an wie am Anfang des Winters.“
Gefühle sind das eine, die Resultate kurz vor den Weltmeisterschaften (26. Februar bis 9. März) das andere: Am Samstag kassierten die DSV-Adler ihr schlechtestes Weltcup-Ergebnis seit 14 Jahren, verpassten zum sechsten Mal in Folge die Top 10. Am Sonntag sorgte immerhin Andreas Wellinger mit Rang neun für einen kleinen Lichtblick.
Ihm und Paschke bleibt die Hoffnung. Das Beispiel Kobayashi zeigt, dass es ganz schnell ganz weit nach vorne gehen kann. Japans Topstar bekam im Saisonverlauf kaum einen seriösen Sprung hin, stand nie auf dem Podest – und gewann dann zweimal binnen 20 Stunden. Mit nun 34 Weltcupsiegen überholte der 28-Jährige in der „ewigen“ Bestenliste Jens Weißflog und ist nun Siebter.
Geschichte schrieb dann doch noch der echte Kasai. Der Dauerbrenner kam am Sonntag auf Platz 45. Kasai hatte im Dezember 1988 in Sapporo im Weltcup debütiert. Er hält die Rekorde für die meisten Weltcup-Starts (nun 579) sowie als ältester Teilnehmer (52 Jahre), ältester Springer in den Punkten (51) und ältester Sieger (42).
SID