Grohs’ schwerer Weg zurück nach dem Krebs

von Redaktion

Kollegin Ann-Katrin Berger als Vorbild – auch die DFB-Tür steht offen

Im Kreis ihres Teams: Grohs mit den Bayern-Spielerinnen. © Swen Pförtner/dpa

Für die Narbe am Hals sucht Grohs noch „ein cooles Tattoo“. © Hoermann/Imago

München – Die lange Narbe am Hals versteckt Maria Luisa „Mala“ Grohs erst gar nicht. Wie offen die ehemalige Stammtorhüterin des FC Bayern mit ihrer Tumorerkrankung umgeht, findet Clubpräsident Herbert Hainer „unheimlich toll“. Nun hat die 23-Jährige medizinische Details publik gemacht. Und dass ihre Rückkehr zwischen die Pfosten beim Meister aus München, möglicherweise auch in den DFB-Kader, eine psychologische Herausforderung ist.

Man habe erst gar nicht viel über die Krebsart gewusst, weil sie so selten sei, sagte Grohs im „Blickpunkt Sport“ des BR-Fernsehens. „Da wurde lange danach gesucht, was der Ursprung ist, weil davon die Therapie abhängt.“ Letztendlich sei „in der Mandel und den betroffenen Lymphknoten“ etwas gefunden worden. Grohs hatte ihre Diagnose eines „bösartigen Tumors“ im November öffentlich gemacht, war im Dezember operiert worden und Mitte Januar auf den Trainingsplatz zurückgekehrt. Danach habe ihr „diese mentale Kapazität“ gefehlt – „die irgendwie noch anders benutzt und gebraucht wird“, räumte Grohs ein. Ihre Auszeit sei „sehr anders gewesen als eine Verletzung. Dann kam das, was ich auch nicht wusste, nicht erwartet habe: Dass ich zwar schnell körperlich wieder bei Kräften war. Aber dieser mentale Aspekt, wieder im Mannschaftstraining zu sein, sich wieder auf ein Ziel in der Mannschaft zu fokussieren, dem Druck auszusetzen“ – da habe sie länger gebraucht.

Grohs hat inzwischen wieder für Bayern II in der 2. Liga gespielt und saß beim DFB-Pokalsieg gegen Eintracht Frankfurt auf der Bank. Die sportliche Situation beim Bundesliga-Spitzenreiter hat sich für die einstige Stammkeeperin erschwert: Inzwischen hat die ehemalige Duisburgerin Ena Mahmutovic (21) ihren Platz eingenommen – und in Grohs Abwesenheit auch ihr erstes Länderspiel bestritten.

Bundestrainer Christian Wück betonte aber schon zu Beginn von Grohs‘ Krankheitsgeschichte: „Unsere Türen bei der Nationalmannschaft stehen für sie immer offen.“ Im Nationalteam gibt es übrigens eine weitere Torhüterin ebenfalls mit Krebs-Erfahrung: Olympia-Helden Ann-Katrin Berger kämpfte sich schon zweimal nach Schilddrüsenkrebs zurück.
DPA

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