Rekord? Wusste ich gar nicht!

von Redaktion

EHC-Top-Torschütze Yasin Ehliz über seine Bestmarke und das große Ziel: die Meisterschaft

Treffer 128! Yasin Ehliz bejubelt sein Rekordtor. © IMAGO

München – Keine fünf Minuten waren am Sonntagnachmittag im SAP Garden gespielt, da stand Yasin Ehliz goldrichtig und brachte den Puck im gegnerischen Gehäuse unter. 1:0 für den EHC Red Bull München. Und ein ganz besonderer Treffer für den 32-Jährigen. Mit nun 129 Toren – der Tölzer traf später ein weiteres Mal – ist er neuer EHC-Rekordtorschütze. Knapp vor seinem aktuell verletzten Teamkollegen Trevor Parkes (127). Insgesamt steht er bei 222 Toren in Deutschlands höchster Spielklasse. Die DEL-Bestmarke von Patrick Reimer (394) dürfte aber wohl fast unmöglich zu erreichen sein.

„Ich habe gar nicht daran gedacht“, erzählt Ehliz im Nachhinein im Gespräch mit unserer Zeitung. Die Freude über den Torrekord sei für ihn nur eine nette Zugabe zum 5:3-Sieg gegen Frankfurt. „Momentan ist es für uns das wichtigste, dass wir die Spiele gewinnen.“

Ganz kalt lässt aber selbst den eher ruhigen Flügelstürmer die neue Bestmarke nicht: „Wenn ich der Mannschaft mit meinen Toren helfen kann und jetzt Torschützenkönig bin, bedeutet mir das natürlich sehr viel.“ Etwa alle drei Spiele ist er für die Roten Bullen in seiner Karriere vor dem Tor erfolgreich.

Einen Lieblingstreffer hat der Olympia-Silbermedaillen-Gewinner von 2018 („Mir fällt eigentlich keiner ein“) allerdings nicht. Seinen Rekord kann er heute in Nürnberg (19.30 Uhr) – dort war er von 2010 bis 2018 acht Jahre heimisch – ausbauen. Für die Ice Tigers erzielte er in 386 Partien 93 Tore. Aus der Mannschaft kennt Ehliz, der mit seinem ehemaligen Verein sechsmal in den Playoffs stand, nicht mehr viele Spieler von früher, „aber ich habe im Verein noch viele Freunde“. An einen Selbstläufer gegen den Siebtplatzierten glaubt Ehliz nicht, auch wenn die Münchner seit der Rückkehr von Don Jackson auf den Trainerposten sieben Spiele in Serie gewonnen haben. „Sie wollen auf jeden Fall auch in die Playoffs, in Nürnberg ist es immer ein bisschen schwieriger zu spielen, ich glaube, es wird eine hart umkämpfte Partie.“

Wie lange die momentane Erfolgssträhne noch hält? Ehliz weiß es nicht, aber „ich hoffe bis zur Meisterschaft.“ Keine völlig unrealistische Einschätzung. Dass der EHC in den kommenden Wochen ein gewichtiges Wörtchen in der Meister-Entscheidung mitreden dürfte, „merken alle“, so Ehliz. Das bekommt er in Gesprächen mit Spielern anderer Vereine mit. „Die sagen: ‚Seit Don Jackson zurück ist, muss man mit euch auf jeden Fall rechnen.‘“ Bereits 2023 wurde er unter Jackson Deutscher Meister.

Auch auf mehr Ehliz-Tore darf sich die DEL-Konkurrenz einstellen. Wie viele es noch werden sollen, will er nicht prognostizieren. „Ich hoffe erst einmal, dass ich gesund bleibe und mein Spiel durchziehen kann.“ Weitere Tore sind dann nur Nebenprodukte: „In erster Linie will ich der Mannschaft helfen, egal ob es Vorlagen, Tore oder Kleinigkeiten sind. Am Ende des Tages zählt nur der Sieg.“
DAVID KORBER

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