Ismaik erklärt 60 die Demokratie

von Redaktion

Investor vermisst den Willen zur echten Zusammenarbeit

München – Nur noch drei Pünktchen Vorsprung auf den ersten Abstiegsplatz haben die Löwen vor dem Flutlichtspiel am Freitagabend gegen Arminia Bielefeld (erst nach Redaktionsschluss beendet). Die Situation rund um die Grünwalder Straße ist aus sportlicher Sicht brandgefährlich. Doch zwischen Abu Dhabi und München-Giesing fliegen weiter die Giftpfeile hin und her.

Der in der Vorwoche getätigte Vergleich Ismaiks, die Wahlen beim TSV 1860 würden an das Assad-Regime in Syrien erinnern, war vom Zeitpunkt her fragwürdig. Pünktlich nach der Dresden-Packung hat dann auch das Präsidium der Blauen am Montag reagiert und die Aussagen als „völlig inakzeptabel“ kritisiert. 48 Stunden vor der Partie gegen die Arminen war dann wieder der Jordanier an der Reihe.

Den Vorwurf des Präsidiums um Robert Reisinger, Ismaik sei mit dem Mitglieder-basierten Vereinswesen und mit der Satzung des TSV 1860 womöglich nicht vertraut, wies der Jordanier zurück: „Das ist falsch!“ Weiter erklärte Ismaik: „Wahre Demokratie bedeutet nicht nur Abstimmungen und Mehrheitsentscheidungen – sie bedeutet den Willen, gemeinsam das Beste für den Verein zu erreichen und alle Mitglieder mit ins Boot zu nehmen.“

Der Löwen-Mehrheitsgesellschafter schlägt vor: „Ich wünsche mir bei zukünftigen Mitgliederversammlungen ein externes und neutrales Kontrollorgan, vom DFB/BFV oder dem Kreisverwaltungsreferat München, das die Mitgliederversammlung überwacht“, schreibt der 47-Jährige auf seinen Social-Media-Kanälen und wählt einen Vergleich aus der Welt des Fußballs: „Ich finde, man sollte nicht gleichzeitig Spieler und Schiedsrichter sein.“ Er sei „ein Verfechter offener Wahlen“, doch die „lähmende Einbahnstraßen-Politik“ des Verwaltungsrats würde jede zukunftsorientierte Veränderung beim Drittligisten ausbremsen.

„Wer noch immer glaubt, dass sich 1860 München auf dem richtigen Weg befindet, verschließt die Augen vor der Realität“, schreibt Ismaik. Er fordere keine Alleinherrschaft, „sondern eine zukunftsorientierte Zusammenarbeit ohne persönliche Befindlichkeiten und Blockaden“.
BULLINGER/BLANCO UCLES

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