FCB-Trainer Kompany und Leverkusens Alonso. © Imago
Giovane Elber loste Bayern Leverkusen zu. © Di Nolfi/dpa
Der Weg zum Finale am 31. Mai in München führt für Bayern über Leverkusen. © Koch/Imago, X
München – Normalerweise verbreitet Giovane Elber gute Laune. Doch als die Stürmer-Legende am Freitagmittag in der UEFA-Zentrale in Nyon seinem Ex-Verein den neuen Angstgegner Bayer Leverkusen im Achtelfinale der Champions League zuloste, waren beim Rekordmeister längst nicht alle glücklich. Gerne wäre man nach Madrid gereist, doch statt Atlético wartet auf dem Weg zum erhofften „Titel dahoam“ nun die Werkself, die den Münchnern schon einen Titel in dieser Saison vermasselt hat.
„Ein weiteres Kapitel in dieser intensiven Saison: FC Bayern gegen Leverkusen – nun schon zum vierten und fünften Mal“, sagte Bayern-CEO Jan-Christian Dreesen. „Natürlich hätten sich viele Fans und auch ich eher ein internationales Duell in der Champions League gewünscht, aber für unsere Aufgabe macht das keinen Unterschied. Auch die Vergangenheit spielt keine Rolle – jeder muss an seine Leistungsgrenze gehen, denn unser Ziel ist klar: der Einzug in die nächste Runde!“
Die Bayern haben im Achtelfinale am 5. März zunächst Heimrecht, sechs Tage später findet das Rückspiel statt. Bei einem Weiterkommen träfen die Münchner danach im Viertelfinale auf den Sieger des Duells zwischen Feyenoord Rotterdam und Inter Mailand. Auf Dortmund, das in der Runde der letzten 16 Teams gegen Lille spielt, würden dann entweder Benfica Lissabon oder FC Barcelona warten. Somit wäre im Halbfinale ein deutsches Duell möglich. Das Finale findet am 31. Mai in München statt.
Simon Rolfes nahm das Achtelfinal-Los mit Humor. „Andy Möller hätte wahrscheinlich gesagt: München oder Madrid, Hauptsache Italien“, sagte Leverkusens Sport-Geschäftsführer über das Duell mit dem FCB. Die Alternative für Bayer wäre Real Madrid, das nun ein Derby gegen Atlético hat, gewesen.
Zuletzt hat Leverkusen den Rekordmeister zu Hause zwar dominiert – das Spiel um ein Comeback des Double-Gewinners im Meisterrennen aber endete 0:0. Die Bayern seien „mit Sicherheit eine Mannschaft, die wir gut kennen“, sagte Rolfes: „München kennt uns aber auch gut. Es ist ein Achtelfinale auf hohem Niveau.“ Ohne klaren Favoriten.
„Die beiden derzeit besten deutschen Mannschaften treffen aufeinander“, sagte Bayern-Sportvorstand Max Eberl. „Wie schwer diese Aufgabe wird, haben wir dabei gesehen. Wir werden alles abrufen, um uns in diesen beiden Spielen durchzusetzen.“
Anfang Dezember scheiterte der FC Bayern im Achtelfinale des DFB-Pokals unglücklich an Leverkusen. Beim 0:1 in der Allianz Arena wurde Torwart Manuel Neuer nach einem Check gegen Jeremie Frimpong schon in der 17. Minute mit Glatt-Rot vom Platz gestellt. Zum bis dato letzten Mal gewann der FC Bayern am 30. September 2022 gegen Leverkusen. Damals setzten sich die Münchner zu Hause mit 4:0 durch.
„Wir wissen auch, dass es einige Zeit her ist, dass wir sie das letzte Mal geschlagen haben“, so Alphonso Davies. „Aber ich bin optimistisch, dass es uns nun gelingen wird!“ Damit Leverkusen nicht zum Trauma auf dem Weg zum Traum vom „Titel dahoam“ wird.
P. KESSLER, V. TSCHIRPKE