Von der Rentierjagd zur Biathlon-WM

von Redaktion

Die Slettemarks machen Grönland stolz

Ukaleq Slettemark in Aktion in der Loipe. © Imago

Ziel erreicht: Trotz einer Strafrunde von Sondre Slettemark wurde das Duo in der Single Mixed nicht überrundet. © IMAGO

Ukaleq Slettemark posiert mit Rentierkopf. © Instagram

Mit Schlittenhunden geht es für Ukaleq in Grönland voran.

Lenzerheide – Ukaleq und Sondre Slettemark genossen auf ihrem einzigartigen Weg zur Biathlon-Weltmeisterschaft eine ganz besondere Ausbildung. Die ersten Erfahrungen beim Schießen sammelten die Geschwister – wie in Grönland üblich – ging es bereits im Kindesalter mit den Eltern zur Rentierjagd. „Damit bin ich groß geworden. Schon als ich klein war, gab es im Sommer immer Rentier – das schmeckt einfach am besten“, erzählte Ukaleq einst.

Aus den passionierten Wild-Jägern sind konkurrenzfähige Skijäger geworden, die im Single Mixed in der Lenzerheide für Grönland Sport-Geschichte schrieben. Erstmals in der Historie trat eine Mannschaft der gerade einmal 56 000 Einwohner zählende Insel im Arktischen Ozean bei einer Wintersport-WM an. „Das ist das absolute Highlight“, sagte die stolze Mama Uiloq, die gemeinsam mit Papa Öystein die beiden Geschwister trainiert.

Biathlon ist in Grönland Familiensache. Öystein trat 2010 in Vancouver bei Olympia an, Uiloq verpasste die Spiele von Salt Lake City nur wegen der Schwangerschaft mit Ukaleq. Auch der jüngste Sohn Inuk ist mit seinen 18 Jahren bereits in den Juniorenklassen aktiv, auf der Weltbühne tritt neben der 23-jährigen Ukaleq nun erstmals auch Sondre an.

Spektakulär war sein Zieleinlauf: Als 23. fuhr der 20-Jährige über die Linie und wollte das Ergebnis feiern, legte sich dann aber im Auslauf auf den Hosenboden. Dennoch war das Duo überglücklich, nicht überrundet worden zu sein. Vier Teams schafften es erst gar nicht ins Ziel.

„Es ist etwas Besonderes, mit Sondre Rennen zu laufen“, sagte Ukaleq: „Bislang war ich alleine unterwegs, aber jetzt habe ich eine Mannschaft und spüre den Teamgeist. Endlich verstehe ich, wie es den anderen Teams geht! Ich bin so stolz auf ihn.“ Die Jugend-Weltmeisterin von 2019 bestreitet in der Schweiz bereits ihre vierte WM bei den Erwachsenen, war dazu bei Olympia in Peking dabei, wo Grönland als autonomer Teil Dänemarks nicht zum Start unter eigener Flagge berechtigt war.
SID

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