Frankfurt-Coach Dino Toppmöller. © Halisch/Imago
Ansgar Knauff, hier im Duell mit Aleksandar Pavlovic, und die Frankfurter Offensive stellten die Bayern beim turbulenten 3:3 im Hinspiel vor große Probleme. © Imago
Am Sonntag (17.30 Uhr, DAZN) empfängt der FC Bayern Eintracht Frankfurt zum Bundesliga-Topspiel. Beim 3:3 in der Hinrunde ärgerte die Mannschaft von Dino Toppmöller die Münchner gewaltig. Das soll wieder gelingen, wie Frankfurts Flügelflitzer Ansgar Knauff im Interview betont.
Kein Torschuss gegen Leverkusen, gegen Celtic eine Blamage vermieden – muss man noch Angst vor Bayern haben, Herr Knauff?
Angst sollte man nie haben, aber Respekt. Fakt ist, dass die Bayern eine sehr starke Mannschaft haben und eine bessere sowie stabilere Saison als letztes Jahr spielen. Wir wissen, dass es schwer wird am Sonntag. Aber wir sind gut drauf. Wir rechnen uns Chancen aus, etwas mitzunehmen. Dafür werden wir eine Topleistung benötigen. Das ist unser Ziel.
Harry Kane droht auszufallen. Wie gefährlich sind die Münchner ohne ihren Superstürmer?
An unserer Herangehensweise würde sein Ausfall nicht viel ändern. Aber die Statik der Spielweise würde sich bei den Bayern schon verändern. Wie das genau aussehen wird, werden wir sehen. Wir müssen uns auf uns selbst konzentrieren, defensiv gut stehen und Akzente nach vorne setzen. Wenn uns das gelingt, dann haben wir Chancen.
Beim spektakulären 3:3 in der Hinrunde war Omar Marmoush der umjubelte Held der Eintracht. Inzwischen spielt er für Manchester City. Was ist anders ohne ihn?
Er hat uns viel gegeben, extrem viele Tore geschossen und auch vorbereitet. Wir versuchen, seinen Verlust als Team aufzufangen. In den letzten Wochen ist uns das gut gelungen. Außerdem haben wir im Winter neue Spieler dazubekommen und diese schnell integriert. Es läuft aktuell ganz gut. In der Bundesliga haben wir 2025 noch nicht verloren.
Frankfurt hat in drei der letzten vier Bundesliga-Duelle gegen Bayern gepunktet. Fühlt sich die Eintracht als Angstgegner der Münchner?
In den letzten Spielen hatten die Bayern oft viel Ballbesitz gegen uns. Wir haben mit Kampf und geschlossenem Verteidigen dagegengehalten. Über Konter und unsere Schnelligkeit haben wir es vorne immer wieder geschafft, unangenehm zu sein. Das ist der Punkt, an dem wir ansetzen, um auch am kommenden Wochenende erfolgreich zu sein.
Die Eintracht begeistert mit ansehnlichem Tempofußball. Welchen Anteil hat Coach und Ex-Bayern-Co-Trainer Dino Toppmöller daran?
Einen großen. Er hat uns weiterentwickelt. Mannschaftstaktisch und technisch merkt man den Unterschied. Alles greift mit der Zeit immer besser ineinander. Wir sind auf einem guten Weg. Wir haben uns eine gute Ausgangslage geschaffen – in der Bundesliga und auch in der Europa League.
In der Bundesliga steht Frankfurt auf Platz drei. Was ist noch möglich in dieser Saison?
Über die genaue Platzierung kann man in den letzten Spieltagen der Saison reden. Aber unser Ziel ist es, in der Tabelle so weit wie möglich oben zu stehen. In der Europa League sind wir im Achtelfinale. Wir wissen, wie schnell es in diesem Wettbewerb gehen kann. Wir werden alles daran setzen, um so weit wie möglich zu kommen – im Optimalfall sogar wieder ins Finale.
Sie sind in der Offensive eine Allzweckwaffe. Mal spielen sie rechts, mal links oder auch mal als hängende Spitze. Was zeichnet Sie aus?
Meine größten Stärken sind im Tempospiel. Ich kann Power auf den Platz bringen. Und zur Position: Ich bringe mich da ein, wo ich gebraucht werde. Meistens komme ich auf Außenpositionen zum Einsatz. Ob links oder rechts ist mir egal.
Sie spielen eine starke Saison. Träumen Sie davon, in Deutschlands Kader für die WM 2026 zu stehen?
Das habe ich nicht zu entscheiden. Ich gebe einfach Gas im Verein. Ich gebe einfach Gas im Verein und bei der U21-Nationalmannschaft. Ich will mit der Eintracht so erfolgreich wie möglich sein und will meinen Teil dazu beitragen. Alles, was die Nationalmannschaft betrifft, ist eine Belohnung für das, was man als Spieler im Verein zeigt.
INTERVIEW: P. KESSLER