Kölner Fan-Banner sorgt für Empörung

von Redaktion

Darstellung mit Messer-Motiv beim Derby

Zahlreiche Politiker kritisierten die Messer-Choreografie der Fans des 1. FC Köln beim Derby gegen Fortuna Düsseldorf. © IMAGO

Köln – Eigentlich wollte der 1. FC Köln am Dienstagabend mit seiner traditionellen Karnevalssitzung unbeschwert in die jecke Zeit starten. Doch stattdessen steht der Klub massiv in der Kritik. Grund ist eine Choreografie der FC-Fans beim Derby gegen Fortuna Düsseldorf: Eine Figur hält der Glücksgöttin Fortuna ein Messer an den Hals – ein Motiv, das für Empörung sorgt.

Kölns Oberbürgermeisterin Henriette Reker, selbst Opfer eines Messerattentats vor zehn Jahren, sprach von „Ignoranz“ der FC-Verantwortlichen, die eine solche Choreografie in der aktuellen Zeit zugelassen hätten. Die Kölner Geschäftsführung hingegen hatte das Motiv zwar als unpassend empfunden, die Präsentation im Stadion jedoch nicht untersagt. Geschäftsführer Christian Keller verteidigte die Entscheidung: „Wir haben nichts Diskriminierendes oder Gewaltverherrlichendes gesehen.“

Doch die Welle der Kritik ebbt nicht ab. NRW-Innenminister Herbert Reul warf dem Klub vor, die Angelegenheit herunterzuspielen, und forderte Konsequenzen. Die Debatte dreht sich nicht nur um die Choreografie sondern auch die Verantwortung des Vereins für Fanbotschaften. Reker betonte die gesellschaftliche Verantwortung: „In Zeiten zunehmender Gewalt und Angst wäre es angebracht, solche Darstellungen zu unterbinden.“

Unklar bleibt, wann genau die Fans das Motiv vorgelegt haben und wie weit die Vorbereitungen bereits fortgeschritten waren. Sicher ist: Eine solche Choreografie erfordert viel Arbeitszeit und finanzielle Mittel. Doch die Geschäftsführung entschied sich offenbar bewusst gegen eine Konfrontation mit der aktiven Fanszene.

Keller betonte, dass Rivalität im Fußball auch Kompromisse erfordere. „Wenn die Rivalität sich nur auf dem Platz abspielen soll, muss man an anderer Stelle Zugeständnisse machen“, sagte er. „Wenn ich mir ein Motiv wünschen würde, wäre ein anderes drauf. Aber wenn das die einzige Kritik nach dem Derby ist, kann ich damit leben.“
SID

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