Titelfavorit verzweifelt gesucht

von Redaktion

Formel 1 hofft vor Testfahrten-Start auf eine Ablösung vom Dauersieger

Max Verstappen will den fünften Titel in Folge. © Bandic/dpa

Lewis Hamilton legt bei der Scuderia los. © Collyer/dpa

Bahrain – Es geht mal wieder um einen Rekord von Michael Schumacher, doch Max Verstappen möchte nicht darüber sprechen. Fünf WM-Titel in Folge, das schaffte in 75 Jahren Formel 1 nur die deutsche Ikone – der Weltmeister aus den Niederlanden nimmt im Jahr 2025 damit einen historischen Anlauf. „Ich möchte gewinnen, ja, aber es geht nicht um diese Serie“, sagt Verstappen allerdings. Es gehe auch nicht um Lewis Hamilton im Ferrari oder Lando Norris im McLaren.

Vor dem Start der offiziellen Testfahrten macht der Dominator der vergangenen Jahre sich eher Gedanken um seinen eigenen Red Bull. „Ich hoffe, er ist schnell genug“, sagt Verstappen, „wenn das der Fall ist, dann erledige ich den Rest, das weiß ich. Ich hoffe einfach, dass wir konkurrenzfähig sind.“ Denn sicher ist in diesen Tagen eigentlich nur, dass nichts sicher ist im Titelkampf der Formel 1. Von Mittwoch bis Freitag gehen die neuen Autos in Bahrain auf die Strecke, und selten war es so schwierig, im Vorfeld der Saison einen Favoriten zu benennen.

Da wäre Verstappen, klar, aber der Seriensieger von einst hat ja eine äußerst holprige Saison hinter sich. Vor allem das starke Frühjahr 2024 war ursächlich für den erneuten WM-Triumph, im weiteren Verlauf waren zwei Traditions-Teams deutlich stabiler: McLaren gewann den Konstrukteurstitel, lieferte sich dabei mit Ferrari ein Duell bis zum letzten Rennen.

Vor allem Vize-Weltmeister Norris sieht mit McLaren nun die Zeit gekommen für den Angriff auf den Fahrertitel. Im vergangenen Jahr kam der Brite mitten in der Saison aus dem Nichts, nun will er von Beginn an einen ganz anderen Kampf liefern. „Auf dem richtigen Fuß zu starten“, ändere alles, sagt Norris: „Ich muss gegen Max meine Ellbogen ausfahren.“

Vielleicht benötigt er die aber auch erneut gegen die roten Autos, Ferrari kommt mit Schwung – und mit Lewis Hamilton. In Maranello hoffte man in den vergangenen Wochen spürbar auf den Beginn von etwas Großem. Als Hamilton in einem alten Boliden erste Runden in Fiorano drehte, schauten 7000 Fans zu – an einem Mittwochmorgen bei Eiseskälte.

„Ich habe große Erwartungen, und dieses Team hat alles, um zu gewinnen“, sagte der Rekordweltmeister über seinen neuen Job. Auch für Hamilton scheint vieles möglich, von einem enttäuschenden Start im vorderen Mittelfeld bis zum Auftaktsieg in Melbourne am 16. März. Und was sein Ex-Rennstall macht, ist ähnlich schwer vorherzusagen. Erstmals in der Geschichte startet ein Mercedes-Werksteam mit einer Fahrerpaarung, die noch keinen WM-Titel gewann. George Russell wird vom Kronprinz zum Anführer, der 18-jährige Andrea Kimi Antonelli gilt als Ausnahmetalent, muss dies aber beweisen.

Und trotz dieser Fülle an Mitfavoriten gibt es auch in diesem Jahr ein Dark Horse. Aston Martin, neuerdings Arbeitgeber des Design-Genies Adrian Newey, gibt weiterhin viel Geld aus und will mit einem komplett neuen Auto zurück in die Spur finden. Ex-Weltmeister Fernando Alonso ist dabei die Speerspitze.
SID

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