Überzeugt im Spielaufbau und in der Defensive: FCB-Neuzugang Justus Hollatz. © IMAGO
München – Probleme mit dem FC Bayern München Logo auf seiner Brust hat Justus Hollatz schonmal nicht. Und das, obwohl der gebürtige Hamburger St. Pauli-Fan seit Kindheitstagen ist. „Da gibt es ja zum Glück eine Fanfreundschaft zwischen den beiden Teams“, erzählt er vor dem Spiel gegen Chemnitz am Sonntag (16 Uhr). Vor rund einem Monat ist der Point Guard aus der Türkei nach München gewechselt. Zeit zum Einleben blieb für den Hanseaten bisher nicht: „Ich habe erst einmal in meiner neuen Wohnung geschlafen. Im März will ich dann aber die Stadt erkunden, neue Restaurants und Kaffees entdecken.“
Auch wenn die Eingewöhnung in der bayrischen Landeshauptstadt noch etwas dauern wird, die Integration in die Mannschaft dürfte Hollatz leicht fallen. Viele seiner neuen Kameraden kennt er bereits aus der Nationalmannschaft, genauso wie Bayern-Trainer Gordon Herbert. „Mit der Hälfte des Teams spiele ich ja jetzt schon ein paar Jahre zusammen und auch das System von Gordie ist das gleiche wie bei Deutschland.“
Für den FCB soll der 23-Jährige zunächst für dringend benötigte Entlastung auf der Spielmacher-Position sorgen. Nachdem im November Yam Madar gewechselt war, standen mit Shabazz Napier und Carsen Edwards lediglich zwei Point Guards im Kader. Immer wieder geriet der BBL-Spitzenreiter dadurch in schwierige Situationen, zeitweise musste sogar Center Devin Booker den Spielaufbau übernehmen. In seinen ersten drei Einsätzen machte er vor allem durch seine Defensivaktionen auf sich aufmerksam, stand durchschnittlich 25 Minuten pro Spiel auf dem Parkett.
In der EuroLeague wird der Neuzugang jedoch nicht ins Geschehen eingreifen können, da er dort bereits für seinen Ex-Club Anadolu Efes in dieser Saison auf dem Parkett stand. „Ich würde es mir schon wünschen, auch in der EuroLeague zu spielen. Auf der anderen Seite kann ich so erstmal Selbstvertrauen in der Bundesliga gewinnen.“ Dazu hat er bereits wieder am Sonntag die Chance, wenn die Münchner beim Tabellenfünften in Chemnitz gastieren.
Die Freude über die Rückkehr nach Deutschland ist beim Nationalspieler, nach zunächst einem Jahr in Spanien und zuletzt zwei Jahren in der Türkei, groß: „Es sind viele Kleinigkeiten, die man vermisst hat. Meine Muttersprache sprechen zu können, geordnete Supermärkte und natürlich wieder näher bei der Familie zu sein.“ An eine Sache hat sich Hollatz in Istanbul aber gewöhnt: „Ich vermisse ein bisschen die Sonne, aber das ist jetzt kein großes Problem.“
DAVID KORBER