Bayern-Gruß an Leverkusen

von Redaktion

Olise, Goretzka und Coman drehen Spiel in Stuttgart zum 3:1: Mia san bereit!

Am Ende jubelte die Münchner. © Kienzle/AFP, Weller/dpa

Der 1:1-Ausgleich: Michael Olise überwand Stuttgart-Schlussmann Alexander Nübel. © dpa/Murat

Mit breiter Brust verabschiedete sich nicht nur Torschütze Leon Goretzka aus Stuttgart. Ihm gelang das erlösende 2:1.

Stuttgart – Vom Ambiente her wird es am kommenden Mittwoch nicht viel anders sein als am Freitag. Winter-Temperaturen, Flutlichtspiel, eine spielstarke deutsche Mannschaft als Gegner: Der FC Bayern durfte fünf Tage vor dem Achtelfinal-Hinspiel in der Champions League gegen Bayer Leverkusen schon mal den Ernstfall proben – und hat dies trotz anfänglicher Schwierigkeiten erfolgreich erledigt. Mit 3:1 (1:1) endete die Generalprobe für das Prestige-Duell beim VfB Stuttgart, und somit auch mit der Gewissheit, in der Meisterschaft mindestens acht Punkte vor Leverkusen zu bleiben.

Der entscheidende Treffer gelang Leon Goretzka in der 64. Minute, in seiner Jubelekstase klopfte sich der Matchwinner mehrfach auf die muskuläre Brust. Denn der Sieg war in diesem unterhaltsamen Spiel in der MHP-Arena nach der Führung durch den Ex-Bayern Angelo Stiller (34.) und dem Ausgleich durch Michael Olise (45.) ein hartes Stück Arbeit gewesen. Nach einem weiteren Treffer des eingewechselten Kingsley Coman (90.) aber verließ das ersatzgeschwächte Team von Vincent Kompany das Schwabenland mit breiter Brust. Die Botschaft an Leverkusen: Mia san bereit!

Nicht sonderlich gute Nachrichten hatten die Bayern allerdings weit vor Anpfiff erreicht. Weil Aleksandar Pavlovic wegen einer Erkältung passen musste und Joshua Kimmich sowieso fehlte, musste Kompany im Mittelfeld auf das wenig gemeinsam erprobte Duo Leon Goretzka/Joao Palhinha setzen. Dafür waren Harry Kane und Alphonso Davies anstelle von Thomas Müller und Hiroki Ito wieder von Beginn an dabei. Bevor es jedoch los ging, konnten die Zuschauer in der MHP-Arena kaum etwas sehen: Pyro und Feuerwerk hatten für enorme Rauchentwicklung gesorgt. Auf den Rängen war man topmotiviert – und auf dem Platz auch.

Dass Stuttgart auch angetreten war, um Fußball zu spielen, sah man sofort – und spätestens, als Chris Führich einen Ball in der dritten Minute durchs Zentrum trieb und Maximilian Mittelstädt bediente. Noch war der Abschluss zu harmlos, genau wie kurz danach, als Vagnoman Manuel Neuer nach einem Missverständnis in Bayern-Reihen deutlich mehr hätte prüfen können (6.). Stuttgart kam selbstbewusst und war gerade in den Halbräumen zu Beginn die aktivere Mannschaft. Die Bayern-Abwehr musste auf der Hut sein, auf der anderen Seite gab es lediglich einen geblockten Schuss von Harry Kane (3.), einen Abschluss von Michael Olise (15.) und einen vielversprechenden Lauf von Jamal Musiala (22.) zu verzeichnen. Eher bezeichnend für den Spielverlauf: als sich Davies und Neuer nach der x-ten gelungenen Abwehraktion euphorisch abklatschten.

Die Rollen waren vertauscht, Stuttgart hatte sogar mehr Ballbesitz. Deniz Undav hatte nach einem weiteren schnellen Vorstoß das 1:0 auf dem Fuß (30.), es fiel allerdings erst vier Minuten später – und wie! Stiller freute sich nach einem Sane-Ausrutscher über viel Platz und schloss aus 20 Metern mit einem Traumschuss ab (34.). Das Stadion tobte, Kompany gab hektisch Anweisungen – und die Reaktion gelang. Das 1:1 fiel nach Vorarbeit von Sané und sehr, sehr langem VAR-Studium durch Olise (45.) noch vor der Halbzeit. Schöner Spielzug, überlegter Schuss ins lange Eck. Also alles wieder auf null.

Es war Feuer in der Partie, auch nach dem Seitenwechsel. Aber Goretzka nahm dem Spiel den Schwung. Bei einem zu riskanten Abspiel von Alexander Nübel war er hellwach, schnappte sich den Ball und verwandelte. Stuttgart gab nicht auf, aber Bayern verteidigte tapfer. Auch das: gut fürs Gefühl. Noch besser, dass auch Coman noch traf. So geht Generalprobe.
HANNA RAIF

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