Viel Einsatz, keine Tore: Valmir Sulejmani erlebte ein unglückliches Jahr bei 1860. © Gebhardt/Imago
Hannover/München – Joël Zwarts, Serhat-Semih Güler und Valmir Sulejmani. Alle drei Angreifer standen letzte Saison bei den Löwen unter Vertrag und verließen 1860 im Sommer. Zwarts (VfL Osnabrück) und Güler (Viktoria Köln) trafen für ihre neuen Clubs in dieser Saison bereits gegen Sechzig. Sulejmani, erst seit dem 1. Februar bei Hannover II, fehlt noch, hat am heutigen Samstag mit 96 (14 Uhr) jedoch die Gelegenheit dazu. Vor dem wichtigen Kellerduell in der 3. Liga nahm sich der 29-Jährige Zeit für ein Gespräch mit unserer Zeitung.
Zuhause ist es doch am schönsten: Seit wenigen Wochen sind Sie wieder bei Ihrem Jugendverein Hannover 96 unter Vertrag…
Ich kenne den Verein sehr gut, habe hier 2005 angefangen. Ich fühle mich sehr wohl hier. Trainer Daniel Stendel hat auch eine große Rolle dabei gespielt. Ich habe mich seit September hier fit gehalten und wurde behandelt, als wäre ich Teil der Mannschaft. Das rechne ich Trainer und Club sehr hoch an.
Wie hart war die vereinslose Zeit?
Es ist nicht einfach, wenn man arbeitssuchend ist. Das macht was mit dir. Aber ich kannte die Umgebung, war zuhause mit der Familie. Aber ich bin umso glücklicher, dass es hier geklappt hat, bei einem Verein, den ich sehr gut kenne.
Ihr Debüt vor wenigen Wochen endete mit einer Roten Karte, die eine lange Sperre nach sich zog…
Ich habe davor gefühlt noch nie in meinem Leben gegrätscht (lacht). Nach fast einem Jahr ohne Spiel habe ich natürlich versucht, etwas Besonderes zu machen. Meistens sind aber die einfachen Sachen die besten. Danach habe ich mich sehr geärgert. Umso besser, dass ich jetzt wieder spielen darf.
Im Sommer 2024 kam es zur Vertragsauflösung bei den Löwen. Was waren die Gründe dafür?
Wir haben offen über meine Situation gesprochen. Bevor ich dann weiterhin keine Rolle spiele, haben wir uns lieber auf eine Vertragsauflösung geeinigt. Mit Dr. Werner habe ich immer noch guten Kontakt. Es war eine schöne Zeit, aber es war es mir nicht wert, noch ein Jahr nicht zu spielen.
Wie blicken Sie auf das Jahr bei 1860 zurück?
Vorab: Das ist schon ein geiler Verein. Der Fan-Support ist unglaublich. Nach einem Sieg waren auch mal 100 Fans beim Training. Ich blicke mit einem Lächeln zurück. Unter Jacobacci lief es für mich auch gut. Ich freue mich darauf, die ehemaligen Mitspieler zu sehen, auch wenn wir für 90 Minuten keine Freunde sein werden (lacht).
Am Samstag steht purer Abstiegskampf auf dem Programm: Hannover II gegen 1860…
Wir haben sehr viel Potenzial im Team, bekommen es nur nicht auf die Matte aktuell. Gegen Sechzig wird purer Abstiegskampf, wir müssen 100 Prozent Gas geben. Ich kenne einige Jungs von 1860, weiß, wie sie ticken. Hier in Hannover lässt keiner den Kopf hängen, wir werden zeigen, dass wir es doch noch können. Ich bin überzeugt, dass wir gewinnen werden, mein Gefühl hat mich nicht so oft getäuscht. Den genauen Matchplan werde ich nicht verraten, lassen Sie sich überraschen (lacht).
Der Klassiker wäre es, wenn „ausgerechnet“ Valmir Sulejmani die Löwen noch tiefer in die Krise schießt, oder?
Ich habe geguckt, gegen welchen Gegner ich nach der Sperre in der Liga wieder spielen darf. Es ist ein Zeichen, dass es gegen 1860 ist. Solche Sachen passieren nicht ohne Grund. Ein Tor wäre schön, ich habe lange nicht mehr getroffen. Aber Hauptsache, wir als Mannschaft gewinnen.
INTERVIEW: M. BLANCO UCLES