Unbequemer Gegner Berlin: Nico Krämmer (l.) wird von Eisbär Liam Kirk bedrängt. © Eibner
München – Weiter Fünfter oder doch noch Vierter, gar Dritter? Das ist die Frage, die für den EHC Red Bull München auf der letzten Wegstrecke der Hauptrunde in der Deutschen Eishockey Liga noch zu klären ist. Vier Spieltage werden in eine Woche gepresst, am Freitagabend begann der Countdown Richtung Playoffs. Zuerst schaut man auf sich selbst, und da stellte der EHC fest, dass er durch die 2:3-Niederlage gegen die Eisbären Berlin nach wie vor bei 85 Punkten steht. Derweil fuhr Bremerhaven gegen Düsseldorf seinen Pflichtsieg ein (5:1) und wahrte die kommode Ausgangsposition (jetzt 90 Punkte). Am Donnerstag bereits hatte Mannheim mit einem 2:3 zuhause gegen die abstiegsgefährdeten Iserlohn Roosters gepatzt und verharrte bei 87 Zählern. Am Sonntag (19.15 Uhr) kommen die Adler Mannheim nach München.
Das Match gegen Berlin, das sich auf Platz zwei festgespielt hat, begann mit einer Ehrung. Münchens Verteidiger Konrad Abeltshauser hatte kürzlich sein 500. DEL-Spiel bestritten, nun wurde ihm von Sportdirektor Christian Winkler das fällige Trikot mit der imposanten Rückennummer überreicht. Im EHC-Team fehlten gleich zwei Torhüter, sowohl Mathias Niederberger als auch Simon Wolf waren krank, also kam Evan Fitzpatrick, für personelle Notfälle nachverpflichtet, zu seinem zweiten Einsatz. Erstmals seit dem 10. Dezember wieder dabei war Adam Brooks, einer der Mittelstürmer.
Was man auf dem Eis sah: Dass die Eisbären Berlin das Team mit den besseren Abläufen sind. Der Meister wirkt sehr eingespielt, es gelang ihm, das Heimteam München im ausverkauften (10796) SAP Garden unter Druck zu setzen. Erstes Drittel: 11:4 Schüsse für Berlin. Zweites Drittel: 6:8. „Die kreieren mehr Chancen als wir, denn wir schlafen ein bisschen“, monierte EHC-Stürmer Maxi Kastner. Allerdings: Wichtigste Spalte auf dem Statistikblatt ist die mit den Toren. Und da stand nach 40 Minuten ein 2:1 für den EHC München. Filip Varejcka versenkte einen Schlenzer präzise im Eck (10.) zum 1:0, und Kastner selbst gelang in der 27. Minute das 2:1 – zehn Sekunden, nachdem Berlin durch den 33. Saisontreffer seines Präzisionsschützen Ty Ronning ausgeglichen hatte. „Wir müssen effizienter sein“, forderte der Berliner Erik Mik von sich und seinen Kollegen.
Die gehorchten: Abermals Ronning – 2:2 (44.). Dann DEL-Topscorer Leo Pföderl zum 3:2 für Berlin (51.) – im Powerplay. München kassierte in dieser Phase zu viele Strafen. Nach dem Rückstand stürmten sie beherzt, scheiterten aber in Serie an Eisbären-Torwart Stettmer.
GÜNTER KLEIN