Mal wieder alles auf Anfang

von Redaktion

Türkgücü will mit Total-Umbruch den Abstieg doch noch verhindern

Türkgücü-Trainer: Alper Kayabunar. © IMAGO/Märkl

München – Vor dem Jahresauftakt an diesem Samstag (14 Uhr) im Dantestadion gegen den TSV Buchbach hat sich das Personalkarussell bei Türkgücü München wieder einmal schnell gedreht. Wie im Vorjahr, als über ein Dutzend an Spielern den Regionalligisten wegen finanzieller Engpässe verließen, hatte ein großer Umbruch auch in dieser Winterpause Tradition beim Tabellenletzten der Regionalliga Bayern.

Einige Spieler mit laufenden Verträgen wurden in der Rückrundenvorbereitung aussortiert und in eine separate zweite Trainingsgruppe gesteckt. Verbunden mit der unmissverständlichen Ansage, dass man mit ihnen fortan nicht mehr plane. Insgesamt wanderten zehn Akteure ab und aus Insider-Kreisen war zu vernehmen, dass dabei vereinzelt aus Ängsten vor einer Wechselsperre auf noch ausstehende Gehälter verzichtet worden sei. „Wir kämpfen um den Klassenerhalt und müssen den Kader schrumpfen und den Fokus auf Qualität legen“, meint Türkgücü-Präsident Taskin Akkay. „Es ist üblich im Fußball und normal im Fußball-Business, um seine Ziele zu erreichen.“ Abgesehen von Mittelstürmer Daniel Gerstmayer, der laut Türkgücü-Trainer Alper Kayabunar von sich aus seinen Wechselwunsch zum Nordost-Regionalligisten VFC Plauen äußerte, soll mit den Beteiligten laut Akkay und Kayabunar offen über die Planungen gesprochen worden sein. „Wir haben allen von diesen Spielern kommuniziert, dass wir nicht mehr mit ihnen planen“, so Kayabunar.

Bis dato ist unbekannt, ob sich aussortierte Spieler ans Arbeitsgericht wandten und Klage einreichten. In der Vergangenheit hatte der Münchner Traditionsklub immer wieder mal damit leben müssen, dass sich aufs Abstellgleis beförderte Kicker mit laufendem Vertrag gerichtlich gegen diese Abschiebepraxis wehrten. Zuletzt wurde hierzu die erfolgreichen gerichtlichen Verhandlungen des Ex-Spielers Serhat Imsak publik, wonach der Münchner 50.000 Euro an Gehältern nachträglich eingefordert hatte.

Der aktuelle Personalumbruch bereitet dem Regionalliga-Schlusslicht mit sieben Punkten Rückstand auf den ersten Relegationsrang aus sportlicher Sicht Hoffnung auf den Klassenerhalt. Mit Torwart Felix Thiel, den Offensivkräften Amar Cekic und Fatjon Celani sowie mit Rückkehrer Christoph Rech wurden unter anderem vier erfahrene Spieler verpflichtet. In den Vorbereitungsspielen gegen unterklassige Vereine habe Kayabunar mit seinem neu zusammengestellten Team positive Eindrücke gewonnen. „Das große Ziel ist es, die neuen Spieler zu integrieren. Und das ist in der Vorbereitung gut gelungen“, so Kayabunar. Problemfelder der Hinrunde wie auf der Torwartposition und der Außenbahn sollen nun der Vergangenheit angehören. Kayabunar hofft auf ein jähes Ende der Personalturbulenzen. „Es ist nicht einfach, jedes halbe Jahr mit einer neuen Mannschaft zu arbeiten. Ich würde mir wünschen, es mal eine ganze Saison mit einer Mannschaft zu schaffen.“
ROBERT M. FRANK

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