Denkt noch nicht ans aufhören: Han Ying. © Instagram
Düsseldorf – Ein Riss der Achillessehne zählt zu den schwersten Sportverletzungen. Nur wenige Profis erreichen danach wieder ihr altes Leistungsniveau, bis zu 30 Prozent müssen sogar ihre Karriere beenden. Umso unwahrscheinlicher erscheint es, dass eine 41-jährige Tischtennisspielerin nach zwei solchen Rückschlägen innerhalb eines Jahres wieder an ihre Bestform anknüpfen kann.
Doch die Deutsche Han Ying hat genau das geschafft. Im Januar vergangenen Jahres riss sie sich bei einem Turnier in Doha die Achillessehne im rechten Fuß. Nach monatelanger Reha feierte sie schließlich im Juli ihr Comeback. Bevor sie sich bei einem Turnier in Bangkok die Achillessehne des anderen Fußes riss. Ying verpasste Olympia in Paris. Es drohte das Karriereende.
Am vergangenen Wochenende feierte die 41-Jährige ihr erneutes Comeback – beim prestigeträchtigen Europe Top 16 in Montreux. Zweimal hatte sie das Turnier bereits gewonnen, doch das war lange vor ihren schweren Verletzungen.
In Frankreich kämpfte sie sich von Spiel zu Spiel zurück. Im Finale bezwang sie schließlich Elizabeta Samara aus Rumänien und holte sich mit 41 Jahren den Titel. „Ich wollte das Spiel und die Zuschauer genießen – egal, wie es ausgegangen wäre. Dass ich gewonnen habe, ist natürlich umso schöner.“
FREDERIC RIST