Das Partyvolk im Wald lässt sich auch vom Wetter nicht aufhalten. © IMAGO/THORE
Langlauf-Superstar Johannes Hosflot Klaebo und Königin Sonja. © Aserud/AFP
Zweimal Gold in der Nordischen Kombination: Jarl Magnus Riiber. © Kallestad/AFP
„So eine Atmosphäre hat noch keiner von uns erlebt“, sagte Langläufer Friedrich Moch über den Skiathlon, den der Norweger Klaebo gewann. © IMAGO/Memmler
Trondheim – Kombi-König Jarl Magnus Riiber weinte heiße Freudentränen, „King Kläbo“ zeigte coole Jubelposen, und über der Glückseligkeit von Zigtausenden Fans schwebte Bratwurstgeruch wie der Geist von Olympia 1994: Schon an den ersten Tagen haben sich die Norweger in ihre Nordische Ski-WM verliebt. Trondheim erlebt ein Wintermärchen wie einst Lillehammer – vor allem dank seiner beiden Volkshelden.
„Es fühlt sich alles schier unglaublich an. Für das hier habe ich so viel geopfert“, brachte Riiber mühsam mit brechender Stimme heraus, nachdem er am Samstag unter ohrenbetäubendem Jubel seiner Landsleute im Granasen-Skistadion zu seinem zweiten Gold binnen 24 Stunden gestürmt war.
Es war das insgesamt zehnte des Rekordweltmeisters, der sich mit schweren gesundheitlichen Problemen – Riiber leidet unter der chronischen Darmkrankheit Morbus Crohn – zur WM geschleppt hat und am Saisonende deshalb mit nur 27 Jahren zurücktritt.
„Die WM 2011 in Oslo habe ich als Knirps im TV gesehen und nie gedacht, dass ich so etwas einmal selbst erleben könnte“, sagte Riiber am Abend bei der Medaillen-Zeremonie auf dem proppevollen Torvet-Platz in der City: „Jetzt bin ich hier – und es übertrifft alles.“ Was zum puren Glück fehlte: Lebensgefährtin Sunna Margret hatte mit den kleinen Kindern Ronja und Birk in der Hauptstadt bleiben müssen.
Eine Stunde vor Riibers zweitem Gold hatte Skilanglauf-Superstar Johannes Hösflot Kläbo die Granasen-Massen in einen Glückstaumel versetzt. Zweiter Start, zweiter Titel, erst Sprint, nun Skiathlon – der neben Fußballidol Erling Haaland und Schach-Gigant Magnus Carlsen prominenteste Sportler Norwegens steht nun bei elf Titeln. „Der Sprintsieg war bei weitem der coolste Tag meines Lebens“, sagte der 28-Jährige, der obendrein in Trondheim geboren ist: „Aber das hier toppt es noch.“
25 000 Zuschauer verfolgten den Skiathlon im Stadion, kostümiert, singend, tanzend. 20 000 weitere säumten die Strecke in den Wäldern, geschminkt, grillend, trinkend. Wer dabei ist, platzt vor Stolz, auch als Nicht-Norweger. „So eine Atmosphäre hat noch keiner von uns erlebt“, sagte Langläufer Friedrich Moch: „Ich habe schon beim Einlaufen gegrinst, so cool war das.“
SID