Eberl blockt ab

von Redaktion

Vertragspoker um Kimmich bleibt undurchsichtig – wie kommt das beim Aufsichtsrat an?

Max Eberl. © IMAGO

München – Hat der FC Bayern das Vertragsangebot an Joshua Kimmich zurückgezogen – oder nicht? Das war die bestimmende Fragestellung rund um das 3:1 (1:1) beim VfB Stuttgart. Die Antwortmöglichkeiten scheinen eigentlich relativ simpel: Ja oder Nein. Doch Sportvorstand Max Eberl verklausulierte seine Aussagen zur Causa Kimmich in den Katakomben des Stuttgarter Stadions lieber. Oder anders formuliert: Eberl eierte rum.

Das hörte sich wie folgt an: „Es wird viel spekuliert. Ich habe mich nie zu Zwischenständen geäußert. Das mache ich jetzt genauso wenig, weil sich das nicht gehört. Wir gehen sehr respektvoll miteinander um und wir sprechen.“ Laut dem Sportchef sei es wichtig, wie Kimmich und der Verein miteinander umgehen würden: „Das ist auf Augenhöhe und sehr respektvoll.“

Vor seinem Auftritt in der „Mixed Zone“– wo die schreibende Zunft auf Wortspenden wartet – sprach der 51-Jährige in der sogenannten „Flash Zone“ in die Mikrofone der TV-Sender. Dort äußerte er sich ebenfalls eher vage zum Vertragspoker: „Es steht in der Öffentlichkeit. Wenn in der Öffentlichkeit die Wahrheit steht, dann ist das so. Wir verhandeln, wir reden – und wir haben noch nie einen Stand gegeben, wie der Verhandlungsstand ist. Wir reden miteinander und genau das ist das Wichtigste.“

Sportdirektor Christoph Freund hielt sich zur Thematik ebenfalls bedeckt: „Es wird im Moment zu viel spekuliert, viel geschrieben. Wir geben keine Updates zu den Vertragsverhandlungen. Wir haben in den letzten Monaten gute und faire Gespräche mit Jo geführt und werden das auch weiterhin tun. Es wird eine Entscheidung geben, aber wir werden uns zu den Spekulationen nicht äußern.“ Wie die Aussagen der sportlichen Leitung wohl im Aufsichtsrat ankommen?

Bei einer anderen Kimmich-Thematik wurde der Sportvorstand hingegen deutlich. Als Eberl gefragt wurde, ob sich der Club einen ablösefreien Kimmich-Abgang überhaupt leisten könne, sprach Eberl Klartext: „Es steht generell keiner über dem Verein! Wenn ein Spieler sich anders entscheidet, dann entscheidet er sich anders. Dann wird es auch beim FC Bayern weitergehen.“ Es seien auch in der Vergangenheit großartige Spieler beim FC Bayern gewesen, die irgendwann auch den Verein verlassen mussten, „weil man sich nicht geeinigt hat und dann der Vertrag ausgelaufen ist. Dann geht es immer wieder weiter“.

Mal mehr, mal weniger erfolgreich. Zur Erinnerung: Seitdem David Alaba die Münchner im Sommer 2021 ablösefrei in Richtung Real Madrid verlassen hat, sind die Verantwortlichen noch immer auf der Suche nach einem echten Abwehrchef. Kein Innenverteidiger konnte diese Lücke seitdem schließen. Kein Wunder, dass sich Kapitän Manuel Neuer für einen Verbleib von Kimmich starkmacht und gegebenenfalls Einfluss auf die Gespräche nehmen möchte. „Auf jeden Fall“ werde der Torhüter noch mal versuchen, Einfluss auf die Entscheidung Kimmichs zu nehmen. „Er weiß, dass ich mir das wünsche, aber da geht es nicht um mich, sondern um ihn und den Verein.“
M. BONKE, V. TSCHIRPKE

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