Playoff-Heimrecht – Vorteil München

von Redaktion

München – Im Münchner SAP Garden gab es am Sonntagabend etwas zu bestaunen. Nämlich: eine außergewöhnliche Torwartparade. Christian Winkler, der Sportchef des EHC Red Bull München, als ehemaliger Goalie vom Fach, nannte sie „den Save des Jahrzehnts“. Ihn bot in der 15. Minute der Torhüter des Gegners, der Adler Mannheim: Arno Tiefensee wehrte einen Schuss des Münchners Filip Varejcka auf dem Bauch liegend mit der Wade ab. Mannheim hatte die Highlightszene, München am Ende aber das, worum es ja eigentlich ging: drei Punkte. Der EHC gewann 2:0 (1:0, 1:0, 0:0).

Die Tabellenkonstellation verlieh dem Duell der Finanzschwergewichte der DEL zusätzlichen Reiz: Es ist davon auszugehen, dass sie sich als Vierter und Fünfter schon im bald beginnenden Playoff-Viertelfinale wiedersehen. Offen ist, ob die Paarung dann Mannheim – München oder München – Mannheim lauten würde. Durch den glatten Sieg ist der EHC nun einen Punkt vor den Badenern, allerdings hat er noch zwei anspruchsvolle Auswärtsaufgaben vor sich, am Dienstag beim ERC Ingolstadt (steht als Hauptrundensieger fest) und am Freitag am Straubinger Pulverturm. Wohl ohne Chris De Sousa. Der Toptorjäger der Münchner räumte in der 33. Minute den Mannheimer Luke Esposito von der Seite ab. Nach Studium der Videobilder sprachen die Schiedsrichter Hinterdobler und Steingroß eine Spieldauerdisziplinarstrafe wegen Checks gegen den Kopf- und Nackenbereich aus. Die Liga wird darauf mit einer Sperre reagieren.

So geriet der EHC, nachdem er durch Adam Brooks (durch Tiefensees Beine/13.) und Chris DeSousa (Konter/27.) 2:0 in Führung gewesen war, in eine fünfminütige Unterzahl-Strecke. Und es war nicht das einzige Mal, dass der EHC sein Penalty-Killing üben durfte. „Wir müssen von der Strafbank wegbleiben“, sagte Verteidiger Will Riedell fast flehentlich. Die Adler wirkten durch die ständigen Powerplays überlegen, spielten sich aber sozusagen wund. Das lag an der Abwehrarbeit des EHC und an Evan Fitzpatrick, dem Torwart in Vertretung des kranken Mathias Niederberger. Er hatte nicht den einen Supermoment, aber viele solide Aktionen.
GÜNTER KLEIN

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