Dortmund träumt wieder

von Redaktion

Vor dem Lille-Duell scheint sich die Stimmung beim BVB zu drehen

BVB-Torjäger Serhou Guirassy befindet sich in Topform. © IMAGO

Am Wochenende feierte Dortmund den Sieg über St. Pauli. © IMAGO/Henning Rohlfs

Dortmund – Es ist noch kein Hoch, ein Höchlein vielleicht. Doch bei Borussia Dortmund dreht die Stimmung nach quälenden Monaten der Dunkelheit ins Frühlingshafte – und der BVB träumt wieder von strahlenden Champions-League-Nächten. Wie wäre es im Viertelfinale mit dem FC Barcelona?

Aber die Götter der Lostöpfe werfen dem Finalisten des Vorjahres fiese „Spiegel-Spiele“ in den Weg. Der OSC Lille bringt keinen donnernden Weltruf mit, keine Superstars, er schwächelt. Er stellt dem gleichsam wankelmütigen BVB vor dem Achtelfinal-Hinspiel am Dienstag (21.00 Uhr/Prime Video) die Falle, schlagbar zu wirken.

Also dürfen sich die Dortmunder nach zwei Bundesliga-Siegen mit insgesamt 8:0 Toren und drei Spielen in Folge ohne Gegentreffer selbst keinen Stock in die Speichen stecken. „Wir müssen jetzt nicht komplett in Euphorie verfallen“, mahnte Sport-Boss Lars Ricken, „jetzt geht es darum, den Tunnelblick zu haben, die Scheuklappen aufzusetzen.“

Der BVB wird gegen den französischen Tabellenfünften wohl selbst darüber entscheiden, ob er weiterkommt. „Der Name des Gegners ist dann relativ egal“, sagte Ricken, gleichwohl „nehmen wir Lille extrem ernst“.

Sicher biete sich eine „Riesenchance“, wieder in den Edel-Klub der besten Acht einzuziehen, aber der frühere Champions-League-Held sieht noch eine andere Dimension: „In unserer Situation wären nicht nur viele deutsche, sondern auch europäische Vereine gerne.“ Grüße an Bayern München und Bayer Leverkusen, die sich in einem Knaller-Achtelfinale gegenseitig rauskegeln müssen.

Der BVB liefert dazu die Ouvertüre. Mit einer Stabilität, die vor wenigen Wochen noch undenkbar gewesen wäre. „Das Grundgerüst wird gerade ein bisschen besser“, analysierte Innenverteidiger Nico Schlotterbeck: „Der Trainer hat vielen Spielern immer das gleiche Vertrauen gegeben, das zahlt sich gerade aus.“

Und so erscheinen am Horizont Umrisse eines Niko-Kovac-Effekts. Defensiv fester, im Mittelfeld zupackend, offensiv kälter – so stellt der Kroate sich den BVB vor. Dass Karim Adeyemis Formkurve steil ansteigt, ist dabei eine große Hilfe. Doch, warnt Sebastian Kehl: „Wir haben uns geschworen, die kleinen Schritte zu gehen.“

Der Sportdirektor hatte sich vorgenommen, nach dem Sieg beim FC St. Pauli (2:0) das Lille-Spiel bei Paris St.-Germain zu schauen. Was er sah: Die Mannschaft des früheren BVB-Profis Thomas Meunier ging geradezu unter, lag beim 1:4 nach 37 Minuten 0:4 hinten. Ein Achterbahn-Team, das Großes vermag: bei Atlético Madrid zu siegen, Feyenoord Rotterdam abzuschießen. Ein Team aber auch, das brechen kann, das zu Hause im Pokal gegen einen Zweitligisten verlor. Das schwankt. Der BVB könnte sich darin wiedererkennen

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