Wichtig für die Zentrale: Zuletzt fehlte Pavlovic den Bayern. © IMAGO/Laci Perenyi
Viel Tempo: Zaubert Florian Wirtz, hier im Duell mit Coman, wieder? © Marco Steinbrenner/DeFodi Images
Gibt den Takt vor: Thomas Müller meldete sich mit seinem Newsletter zu Wort. © IMAGO/Kirchner-Media/TH
München – Die bajuwarische Brust ist wieder breit. 4:0 gegen Frankfurt, 3:1 in Stuttgart – der zwischenzeitlich taumelnde deutsche Rekordmeister strotzt pünktlich vor dem Achtelfinal-Hinspiel am Mittwoch (21 Uhr, DAZN) in der Champions League gegen Leverkusen vor Selbstvertrauen. Das unterstreichen auch die jüngsten „Mia san mia“-Aussagen von Thomas Müller.
„Mir ist die Gegnerauswahl ehrlich gesagt auf einer professionellen Ebene relativ wurscht. Unser Anspruch ist es, in der Champions League weiterzukommen, und da führt der Weg nun mal übers Achtelfinale“, schreibt der Routinier in der aktuellen Ausgabe seines Newsletters.
Dass Vereinslegende Giovane Elber dem FC Bayern Leverkusen in der Runde der letzten 16 zuloste, sorgte bei einigen Münchnern nicht gerade für Begeisterung. Gerne wäre man nach Madrid gereist, doch statt Atlético wartet auf dem Weg zum erhofften „Titel dahoam“ nun die Werkself, die den Münchnern schon einen Titel in dieser Saison vermasselt hat. Müller scheint das kaum zu tangieren. Er meint: „Egal, wer kommt, wir müssen es packen.“
Zuletzt sahen die Münchner nicht sonderlich gut gegen Leverkusen aus. Anfang Dezember scheiterte der FC Bayern im Achtelfinale des DFB-Pokals unglücklich an Bayer. Beim 0:1 in der Allianz Arena wurde Torwart Manuel Neuer nach einem Check gegen Jeremie Frimpong schon in der 17. Minute mit Glatt-Rot vom Platz gestellt. Mitte Februar hatte Leverkusen den Rekordmeister zu Hause zwar dominiert – das Spiel um ein Comeback des Double-Gewinners im Meisterrennen aber endete 0:0.
„Natürlich ist es emotional besonders, gegen unseren stärksten nationalen Kontrahenten auf der ganz großen Bühne anzutreten“, gibt Müller zu. „Da geht es ums Gewinnen, aber auch um jede Menge Prestige.“
Eine harte Aufgabe. Denn: Keines der letzten sechs Spiele (1:2, 2:2, 0:3, 1:1, 0:1, 0:0) gegen Xabi Alonso hat Bayern gewonnen, der Trainer von Bayer Leverkusen hat aus „Vizekusen“ eine Art Angstgegner der Münchner gemacht. Und nun will der Spanier seinem Ex-Club den nächsten Titel versauen.
„Wir sind in einem guten Moment und werden es versuchen“, so Alonso nach dem 4:1 am Samstag in Frankfurt. Zum bis dato letzten Mal gewann der FC Bayern am 30. September 2022 (!) gegen Leverkusen. Damals setzten sich die Münchner zu Hause mit 4:0 durch. Diese lange Durststrecke wollen Müller & Co. am Mittwoch beenden.
„Es wird auf jeden Fall ein heißer Tanz. Wir fokussieren unsere Energie jetzt darauf, zu zeigen, dass wir verdient in die nächste Runde gehören“, verspricht der 35-Jährige.
Während viele TV-Experten Leverkusen im Viertelfinale sehen, drückt Alonso auf die Bremse. „Wir sind nicht dumm, zu denken, dass wir der Favorit sind“, sagte der 43 Jahre alte Meistermacher: „Wir wissen, dass wir gegen den FC Bayern spielen, sie haben die Champions League fünfmal gewonnen. Wir müssen großen Respekt haben, es sind zwei Spiele, aber wir bleiben cool.“
Alonso bleibt gewohnt diplomatisch. Vor dem Königsklassen-Kracher stifteten die Bayern-Granden Uli Hoeneß und Karl-Heinz Rummenigge jedoch ordentlich Unruhe bei Leverkusen, indem sie öffentlich noch mal betonten, wie gerne sie Bayer-Spielmacher Florian Wirtz in den eigenen Reihen hätten. Schon vor Monaten stichelte Leverkusen-Boss Fernando Carro im Zuge der Münchner Bemühungen um Innenverteidiger Jonathan Tah in Richtung FCB-Sportvorstand Max Eberl.
„Kleine Sticheleien zwischen beiden Clubs finde ich persönlich eigentlich ganz unterhaltsam“, meint Müller mit einem Augenzwinkern. „Als Kind und Fan hat mir das immer gefallen. Heutzutage ist ja alles etwas braver geworden.“ Geht es nach Müller und Millionen von Fußball-Fans, soll es am Mittwoch immerhin auf dem Rasen eine große Show geben.
P. KESSLER, M. BONKE