Hamburg – Merlin Polzin wollte nach der ersten Pflichtspiel-Niederlage als Trainer des Hamburger SV nicht über sich sprechen. „Mich nervt, dass wir ein Spiel verloren haben. Mich nervt vor allem, dass wir nicht das gezeigt haben in der zweiten Halbzeit, was uns auszeichnet“, sagte der Coach nach dem 0:2 (0:1) beim Verfolger SC Paderborn. „Da ging es relativ wenig jetzt um meine Person“, fügte der 34-Jährige hinzu.
Die ersten zehn Ligaspiele unter der Regie von Polzin, der eine Partie erkrankt verpasste, hatte der HSV ohne Niederlage beendet. Dann kam die Begegnung in Paderborn. Der Coach sprach von einem verdienten Heimsieg der Ostwestfalen. Er schränkte aber auch ein: „Uns wirft das nicht aus der Bahn.“
Abwehrspieler Daniel Elfadli sprach dennoch von einem enttäuschenden Tag für den Club. Angesichts der starken Konkurrenz sagte er: „Wir brauchen nicht anfangen zu träumen.“ Allerdings steht der Nordclub weiter auf dem ersten Platz – und das spannende Schneckenrennen an der Tabellenspitze geht weiter.
Sechs gescheiterte Aufstiegsversuche liegen hinter dem Traditionsclub. Möglicherweise ist die Pleite beim SCP nur ein Ausrutscher. Auffällig las sich nach der Partie die Laufleistung. Knapp zwölf Kilometer mehr legten die Paderborner zurück.
Polzin wollte den Unterschied jedoch nicht als Hauptgrund für das Scheitern benennen. „Das Ganze jetzt im Detail nur auf die Laufwerte herunterzubrechen, das haben wir in erfolgreichen Spielen nicht getan, das machen wir in dem Fall jetzt auch nicht, wenn wir das Spielfeld mal nicht als Sieger verlassen.“
DPA