NoKo – kein Bart, keine Zukunft?

von Redaktion

Trondheim – Nathalie Armbruster überlegte keine Zehntelsekunde. Was denn ihr größerer Wunsch sei: ein olympisches Debüt der Nordischen Kombiniererinnen in fünf Jahren? Oder ein 1,0er-Abi in diesem Frühjahr? „Olympia 2030 natürlich!“, sagte die 19-Jährige nach ihrem letzten WM-Rennen in Trondheim nachdrücklich. Allerdings: Im Gegensatz zum Abi-Schnitt hat sie die Zukunft ihrer Sportart nicht in der eigenen Hand.

„Wir haben die beste Werbung für unseren Sport gemacht“, sagt Weltcup-Spitzenreiterin Armbruster, die ohne Einzelmedaille geblieben war, „die Wettkämpfe waren hoch spannend“. Fraglich aber, ob das ausreicht, bei den Olympischen Winterspielen 2026 sind nur Männer am Start. Dieses Ungleichgewicht gefährdet die gesamte Zukunft der Sportart.

„Entweder die Kombiniererinnen kommen bei Olympia 2030 rein – oder die Nordische Kombination ist ganz draußen“, sagte Sandra Spitz, Sport- und Eventdirektorin des Ski-Weltverbandes FIS, in Trondheim in großer Deutlichkeit: „Das wäre ein großer Einschnitt. Die Kombination war seit der Olympia-Premiere 1924 immer dabei, das sind 100 Jahre Tradition.“

Bei Winter- und Sommerspielen soll es nur Sportarten mit Wettbewerben für Männer und Frauen geben. Die „NoKo“ ist 2026 ein geduldeter Sonderfall – weil die Frauensparte jung ist und in der Entwicklung steckt.
SID

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