Zwischen dem FC Bayern München und Bayer Leverkusen geht es hart zur Sache – von den letzten sechs Duellen konnten die Münchner allerdings keins gewinnen. © Müller/Imago
München – Es ist der neue deutsche Clásico. Schon zum vierten Mal treffen Bayern und Bayer in dieser Saison aufeinander. Diesmal in der Königsklasse. Und es geht an diesem Mittwoch (21 Uhr, DAZN) in München um viel mehr als den Einzug ins Viertelfinale der Champions League. Es geht um Status, um Prestige, um alte Rechnungen – und den Saisonerfolg. Ein vorzeitiger Abschied vom „Finale dahoam“ am 31. Mai wäre für die Bayern ein Bayer-Schlag, der lange Zeit nachwirken würde.
„Xabi Alonso und ich können morgen den Ball nicht beeinflussen. Es sind zwei Mannschaften mit sehr viel individueller Qualität, beide Teams haben viel Intensität“, sagte Trainer Vincent Kompany. „Wie die Spiele in dieser Saison gelaufen sind, sieht man, dass immer an die Grenze gegangen wurde. Bayer hat sich verdient, als Topgegner gesehen zu werden.“
1:2, 2:2, 0:3, 1:1, 0:1, 0:0 – keines der vergangenen sechs Spiele gegen Bayer mit Trainer Alonso haben die Bayern gewonnen. Und derart dominiert wie beim torlosen Liga-Remis Mitte Februar in Leverkusen wurden die Münchner von Alonsos Ensemble noch nie. „In letzter Zeit haben wir in diesen Begegnungen stark ausgesehen, aber natürlich müssen wir ihre enorme Qualität respektieren“, sagte Bayer-Boss Fernando Carro.
Denn zur Wahrheit gehört auch: In München agierte Leverkusen oftmals deutlich zurückhaltender. Selbst beim bitteren Achtelfinal-Aus im Dezember im DFB-Pokal (0:1) waren die Münchner trotz der frühen Roten Karte von Kapitän Manuel Neuer über weite Strecken drückend überlegen. Am Ende kräht allerdings kein Hahn mehr danach. Was zählt, ist das Weiterkommen. Und darum geht es auch dieses Mal in der Champions League.
„Wir freuen uns auf diese zwei Spiele. Unsere Mannschaft hat in den Spielen gegen Frankfurt und Stuttgart gezeigt, dass sie gut drauf ist“, sagt Herbert Hainer zu unserer Zeitung und blickt dabei zurück auf das 4:0 gegen die Eintracht sowie das 3:1 am vergangenen Wochenende beim VfB. „Es wird sicher eine große Herausforderung, das ist keine Frage. Aber wir sind positiv gestimmt und zuversichtlich.“
Auch Alphonso Davies ist optimistisch. Der Kanadier bewahrte die Bayern mit seinem Last-Minute-Tor zum 1:1 im Playoff-Rückspiel gegen Celtic Glasgow vor einer großen Blamage. Gegen Leverkusen will er erneut jubeln. „Es ist eine Weile her, dass wir gegen sie gewinnen konnten. Es ist kein Tag, uns zurückzuhalten. Wir wollen unseren Job erledigen“, meinte der Linksverteidiger.
Leverkusen ist nach dem 4:1 am Wochenende in Frankfurt ebenfalls guter Dinge. „Wir haben 100 Prozent Vertrauen, dass wir sie schlagen können“, posaunte Bayer-Profi Aleix Garcia. Der Spanier ist einer von fünf Spielern der Werkself, die von einer Gelb-Sperre für das Rückspiel am kommenden Dienstag bedroht sind. Auch Robert Andrich (fehlt erkältet) Jeremie Frimpong, Granit Xhaka und Superstar Florian Wirtz müssten bei einer Verwarnung ein Spiel aussetzen. Alonso droht also ein Riesen-Problem.
Dennoch kann er keinen Star in der Allianz Arena schonen. Zurückhaltung in den Zweikämpfen? Ebenfalls keine Option. „Fünf schlechte Minuten – und du bist weg“, warnte Alonso.