Na, wenn das nicht perfekt passt: Nach zwei Niederlagen ab in die Niederlande. Schon gut, die Lage ist ernst, Wortspiele helfen uns jetzt auch nicht weiter. Eintracht Frankfurt sollte im Europa-League-Auswärtsspiel bei Ajax Amsterdam mal wieder was reißen. Sonst ist das alles Käse.
Das letzte Mal, dass ich länger in den Niederlanden war und Amsterdam am Rande erlebte, kamen weder Tulpen noch Käse ins Spiel. Es war unsere Abschlussfahrt vor dem Abi. Wir hatten ein Schiff gechartert und segelten übers Ijsselmeer. Wobei sich „Meer“ als ein wenig übertrieben herausstellte. Mehr so ein See, das Meer. Der Ablegehafen unseres Zweimasters war von riesenhaften Spinnen besiedelt, wie sie Jahre später tragende Rollen im Horrorfilm „Arachnophobia“ spielen sollten. Wir aber wunderten uns vor allem über die örtliche Kneipentradition, den Schaum auf Biergläsern mit einem Stab abzustreifen, so dass eine trübe Plörre (Heineken!) ohne Krone kredenzt wurde.
Ach ja, Holland. Fußball spielen sie dort auch. Im offiziellen Vergleich zwischen Ajax und der Eintracht steht es noch null zu null, weil beide Vereine noch nie um Zählbares gegeneinander spielten. Gewonnen haben wir trotzdem schon mal. Keine 100 Jahre her! 1926 sorgten Döpfer (2), Kellerhoff (2) und Weber für den klaren 5:4-Erfolg. Im Tor stand der unvergessene Willy Trumpp, der im Juli 101 Jahre alt würde, wenn er noch lebte. Der erste Zahnarzt im Kasten der Eintracht. Einst empfing er den jungen Journalisten in seinem Zuhause in Schmitten. Eine wundervolle Begegnung, so wie es meist wundervolle Begegnungen sind, wenn man Leute trifft, die länger als die inzwischen üblichen anderthalb Jahre den Adler auf der Brust trugen. Willy Trumpp war zehn Jahre dabei. Es verbindet spürbar, die Herzen gemeinsam für denselben Verein schlagen zu hören.
Wo waren wir? Richtig, Käse. Wenn die Eintracht den Käsköppen im Hinspiel eins überbacken könnte, das wäre das Sahnehäubchen auf der Käsetorte. Beziehungsweise die Blüte auf der Tulpe. Ernsthaft: Wenn wir gemeinsam klimaschutztechnisch dafür sorgen könnten, dass die Niederlande nicht in ein paar Jahren drei Meter unterm Ijsselmeeresspiegel liegen, wäre das noch wichtiger als ein Auswärtssieg.
Der traditionelle Unhaltbar-Ergebnistipp lautet heute dennoch: Ajax: nuuuuul – Eintracht: twee. Das war Niederländisch. Hartelijke groeten!