Stress mit den Silberrücken

von Redaktion

Bayerns mächtige Aufsichtsräte bremsen Sportvorstand Max Eberl aus

Kimmich und Musiala: Teurer Spaß für den FCB. © Wiegan/Imago

Unter Druck von allen Seiten: Sportvorstand Max Eberl. © Imago

Rot-weiße Spaßbremsen: Uli Hoeneß und Karlheinz Rummenigge machen Eberl das Leben schwer. © Bachun/Imago

München – Max Eberl ist nicht zu beneiden in diesen Tagen. Seit mittlerweile einem Jahr dient er dem FC Bayern als Sportvorstand, neuerdings muss er freilich feststellen, dass seine Arbeit an höchster Stelle Unmut hervorruft. So geschehen in der vergangenen Woche, als der Aufsichtsrat, in dem nach wie vor die beiden „Silberrücken“ Karl-Heinz Rummenigge und Uli Hoeneß Macht ausüben, Eberls Vorschlag zur Vertragsverlängerung mit Joshua Kimmich einkassierte.

Eine „Watschn“ für Eberl und für Kimmich, die sich nach Informationen der SZ schon auf eine Vereinbarung bis 2029 verständigt hatten. Dem Aufsichtsrat, so ist zu hören, war zuwider, wie viel Geld er jetzt noch für Kimmich genehmigen sollte. Schließlich hatte Eberl bereits die Verträge von Jamal Musiala und Alphonso Davis bis 2030 verlängert – und der Aufsichtsrat sie abgesegnet. Allein das Gesamtvolumen für Musiala soll bei 150 Millionen Euro liegen.

Eberl hat das nun in die Bredouille gebracht. Kimmich, sagte der ehemalige Vorstandsvorsitzende Rummenigge schon im vergangenen Jahr, sei der „Kapitän der Zukunft“ des FC Bayern. Doch ob der 30-Jährige auf der Kommandobrücke der Münchner auch offiziell das Sagen haben wird, erscheint zumindest fraglich. Wenn er bleiben will, wird er finanzielle Abstriche machen müssen.

Ohnehin scheint es dieser Tage beim FC Bayern erstaunlich viel ums Geld zu gehen. Eberl soll die Qualität des Kaders erhalten, sie sogar verbessern, aber gleichzeitig Kosten senken, die andere verursacht haben. Im Fall von Kimmich sah sich Eberl, der nebenbei auch noch eine Vertragsverlängerung für Dayot Upamecano verhandeln muss, nun zu einem verbalen Eiertanz gezwungen. „Es steht generell keiner über dem Verein, und wenn ein Spieler sich anders entscheidet, dann entscheidet er sich anders, und dann wird es auch beim FC Bayern weitergehen“, sagte er, ergänzte aber umgehend: „An dem Punkt sind wir nicht.“

Eberls Arbeit wird auch nicht erleichtert durch die Einmischung von Rummenigge und Hoeneß, die vor dem Leverkusen-Showdown von einem Transfer von Florian Wirtz träumen…
SID

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