Der fliegende Carsen: Edwads war erneut Topscorer. © IMAGO
München – Der SAP Garden bleibt die Wohlfühl-Oase für die Basketballer des FC Bayern. Im Euroleague-Schlüsselspiel gegen Roter Stern Belgrad feierten die Spieler von Trainer Gordon Herbert mit 100:82 (52:37) einen weiteren Sieg. Erfolgserlebnis Nummer 17 – damit haben die Münchner sechs Partien vor dem Hauptrunden-Ende zumindest die Play-Ins fast schon in der Tasche.
Dabei fing die Sache alles andere als gut an. In den ersten Minuten waren die Bayern merklich schwer beeindruckt. Vielleicht von der stimmgewaltigen Belgrader Fangemeinde, vielleicht von der Gangart des serbischen Traditionsclubs. Doch: Nach einem 0:10-Katastrophenstart arbeiteten sich Vladimir Lucic & Co. in die Partie.
Wobei es natürlich half, dass anders als zuletzt in Paris auch die Distanzwürfe saßen. Lucic, Carsen Edwards oder Andreas Obst trafen. Spielmacher-Routinier Shabazz Napier sogar als ihm der Ex-Ulmer Thiago dos Santos im Sprung in den Allerwertesten griff.
Vom zweiten Viertel weg wurde das Spiel zur Demonstration. Die Bayern zeigten in der oft gescholtenen Defensive oberstes Euroleague-Niveau. Und nach vorne? Kreiselte der Ball immer rasanter durch die Münchner Reihen. Schon zur Pause stand ein 52:37 auf der Anzeigetafel. Und man ahnte: War trotz eines 77:101-Debakels im Hinspiel vielleicht sogar der direkte Vergleich in Reichweite? Man kann es vorwegnehmen: Es reichte nicht. Die Bayern werden auch Roter Stern nach Siegen hinter sich lassen müssen.
Die Frage war: Würde dieses Spiel zur Kraftsache werden? Oscar da Silva musste wegen einer Innenbandverletzung unters Messer, Kevin Yebo trainiert schon wieder in Chemnitz – der Kader ist ausdünnt. Das bedeutete Schwerstarbeit, vor allem für den alles überragenden Kapitän Vladimir Lucic, der weit über eine halbe Stunde schuftete. Vielleicht war es auch das ein Grund, warum die Bayern die zunehmend disziplinlosen Belgrader im Schlussspurt noch einmal vom Haken ließen. Doch mehr als freundlicher gestalten konnte Roter Stern dieses Spiel nicht mehr.
Patrick Reichelt