Jonas Urbig gab sein Debüt für die Bayern. © Imago
Einen Muskelfaserriss zog sich Neuer zu. © IMAGO
München – Das hat es beim FC Bayern auch noch nicht gegeben. Torwart Manuel Neuer verletzte sich beim 3:0 gegen Leverkusen an der rechten Wade – doch statt einer Parade oder Ballaktion war etwas anderes der Auslöser: Neuer verletzte sich, als er nach dem viel umjubelten 2:0 von Jamal Musiala zu einem Sprint ansetzte, um den Treffer zu feiern.
Eine Verletzung beim Torjubel – für Neuer und den FCB bedeutete der in seiner Entstehung etwas kuriose Schreckmoment den einzigen Wermutstropfen an einem ansonsten rundum erfreulichen Abend. Am Donnerstag folgte die Diagnose: „Manuel Neuer hat sich einen Muskelfaserriss in der rechten Wade zugezogen. Das ergab eine Untersuchung durch die medizinische Abteilung des FC Bayern“, teilte der Rekordmeister auf seiner Website mit. „Damit fällt der Torhüter des Rekordmeisters vorerst aus.“
Laut Informationen unserer Zeitung wird Neuer die Partie in Bochum am Samstag (15.30 Uhr/Sky) und das Rückspiel gegen Leverkusen am Dienstag (21 Uhr/Prime Video) verpassen, sowie das Bundesligaspiel gegen Union Berlin (15. März). Die Verantwortlichen des FCB hoffen auf ein Comeback nach der Länderspielpause gegen St. Pauli am 29. März.
Doch so bitter und unnötig die Verletzung für Neuer war, ergab sich dadurch trotzdem auch etwas Positives. Winter-Neuzugang Jonas Urbig feierte sein Debüt für den FC Bayern und durfte für die letzte halbe Stunde gegen Bayer ran. Der 21-Jährige musste dabei zwar keinen Leverkusener Abschluss entschärfen, wurde aber bei jeder Ballaktion demonstrativ von den FCB-Fans gefeiert und strahlte über seinen ersten Einsatz für den Rekordmeister.
„Erstmal wünsche ich Manu natürlich gute Besserung und hoffe, dass es nicht so schlimm ist. Für mich persönlich habe ich mich natürlich sehr gefreut, dass ich mein Debüt in der Champions League geben konnte“, sagte der Winterneuzugang. „Ich freue mich, dass auch von den Fans so eine positive Stimmung mir gegenüber kam. Ich habe es ein Stück weit wahrgenommen, aber ich war sehr konzentriert und habe versucht, die 30 Minuten zu meistern.“
Urbig kam für sieben Millionen Euro Ablöse vom 1. FC Köln und gilt als großes Torwarttalent. In den kommenden anderthalb Jahren soll der Keeper mit regelmäßigen Einsätzen herangeführt und als möglicher Nachfolger für Manuel Neuer ab 2026 aufgebaut werden. Dass er sein Debüt gleich im bislang wichtigsten Saisonspiel feiert, dürfte ihn überrascht haben.
Die Jubel-Verletzung und die anschließende Premiere Urbigs blieben aber nicht das einzig Kuriosum an diesem Champions-League-Abend. Durch Neuers Ausfall ergab sich auch für Ersatzkeeper Sven Ulreich eine unerwartete Situation. Der Torwart nahm in der ersten Hälfte wie zuletzt häufig auf der Tribüne Platz, da er aktuell aus privaten Gründen fehlt.
Ulreich: Von der Tribüne auf die Bank
Nach Urbigs Einwechslung musste Ulreich sich aber kurzerhand umziehen und auf die Bayernbank eilen, um im Falle einer Urbig-Verletzung oder Roten Karte als Ersatz bereitzustehen. Ulreich stand schließlich auf dem Spielberichtsbogen, hatte aber nicht mit einem Einsatz gerechnet.
Back-up-Torwart Daniel Peretz fehlt aktuell noch nach seiner Nierenquetschung im Januar. Die große Chance für Urbig.
V. TSCHIRPKE, P. KESSLER