Kimmich-Poker vor dem Ende

von Redaktion

Nach der Leverkusen-Gala ist die klare Tendenz: Verbleib beim FC Bayern

Joshua Kimmich (Mitte) spielte bärenstark gegen Leverkusen. Sein Vertrag läuft im Sommer aus. © Simon/Imago

München – Nächstes Kapitel im Vertrags-Theater um Joshua Kimmich. Am Donnerstag traf sich der mächtige Aufsichtsrat um Herbert Hainer, Uli Hoeneß und Karl-Heinz Rummenigge mit Sportvorstand Max Eberl und Sportdirektor Christoph Freund am Vereinsgelände an der Säbener Straße, um über die Bayern-Zukunft des Mittelfeldchefs zu beratschlagen.

Als Hoeneß nach dem Treffen gefragt wurde, ob eine Entscheidung gefallen sei, antwortete er scherzhaft: „Wir haben nur Kaffee getrunken.“ Nach Informationen unserer Zeitung ist die klare Tendenz nach dem Kimmich-Gipfel nun doch, dass der 30-Jährige seinen im Sommer auslaufenden Vertrag verlängern werde. Das ist das klare Ziel beider Parteien.

„Es wird auf jeden Fall zeitnah zu einer Entscheidung kommen, spätestens vor der Länderspielpause“, sagte Kimmich am Mittwoch nach seiner Galaleistung beim 3:0 im Achtelfinal-Hinspiel der Champions League gegen Bayer Leverkusen. Es klang danach, dass er der DFB-Kapitän bei Bayern verlängern möchte. Nun dürfte die Unterschrift unter seinem neuen Arbeitspapier, das dem Vernehmen nach bis 2029 gültig sein soll, tatsächlich auch schnell folgen.

In der vergangenen Woche sah die Situation noch verzwickter aus. Es sickerte durch, dass die Geduld der Münchner Bosse im Vertragspoker langsam ausgeschöpft sei. Über ein zurückgezogenes Angebot wurde gemunkelt. Aber wurde der von Eberl ausgehandelte Kontrakt tatsächlich vom Aufsichtsrat einkassiert? Quasi zeitgleich bezogen Kimmich und Bayern-CEO Jan-Christian Dreesen nach dem überzeugenden Sieg gegen Leverkusen dazu Stellung.

Der DFB-Kapitän: „Natürlich ist das an die Öffentlichkeit gedrungen, dass das Angebot zurückgezogen wurde. Trotzdem war es in der Kommunikation nicht so, dass ich das so wahrgenommen habe.“ Dreesen: „Das haben wir doch schon gesagt. Dass das Vertragsangebot zurückgezogen war, ist doch keine große Neuigkeit. Das ist so, ja.“

Fakt ist: Kein Bayern-Boss hatte bis dahin öffentlich bestätigt, dass die Offerte für Kimmich offiziell einkassiert wurde. Den suggerierten Vorwurf, Kimmich sei das Angebot aus finanzieller Hinsicht nicht gut genug, wollten weder Eberl noch der Bayern-Star selbst am Mittwoch nach der fulminanten Leverkusen-Gala stehen lassen.

„Es geht nicht darum, den letzten Euro rauszupressen“, versicherte Kimmich, der da allerdings noch betonte: „Der Ball liegt nicht bei mir…“

Das vielleicht nicht. Doch: Nach dem Gipfel der Bosse winkt nun das Happy End.
P. KESSLER, V. TSCHIRPKE

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