Hier läuft es für Dennis Schröder. © Ruiz/dpa
Los Angeles – Dennis Schröder ist Weltmeister, Kapitän der deutschen Nationalmannschaft – und in der NBA in dieser Saison eine Schachfigur. Das dritte Team der Spielzeit erweist sich aber als Glücksfall.
Mit der frustrierenden Vergangenheit dieser Saison will sich Dennis Schröder gar nicht beschäftigen, auch wenn er ihr am Wochenende in San Francisco direkt noch einmal begegnet. Mit den Detroit Pistons spielt der formstarke Schröder in der Nacht zum Sonntag gegen die Golden State Warriors. Das Team, das ihn erst unerwartet geholt und dann nach nicht mal acht Wochen schon wieder fortgeschickt hat.
„Im Endeffekt ist es ein Business. Wie sie die Sache angegangen sind, das hätte man besser machen können in meinen Augen. Aber ich habe weder positive noch negative Gefühle. Wir wollen einfach da raus gehen und ein Spiel gewinnen“, sagte Schröder. Geärgert hat ihn der Umgang der Mannschaft von Superstar Stephen Curry mit ihm aber schon: „Ich will das jetzt nicht in Details bearbeiten, sonst wird es wieder eine große Story.“
In Detroit fühlt er sich wohl. Seine Pistons können zum ersten Mal seit 2019 wieder die Playoffs erreichen. „Ich bin jetzt in einem besseren Team, meiner Meinung nach, das besser zu mir passt“, sagte Schröder. Seit seinem Wechsel holten die Pistons zehn Siege aus zwölf Spielen. Trotz der 115:123-Niederlage gegen die Los Angeles Clippers überzeugte Schröder vor Ex-US-Präsident Barack Obama im Publikum mit 21 Punkten, zeigte die beste Leistung im neuen Team. Insbesondere in der ersten Halbzeit spielte er starke Pässe auf seine Teamkollegen, Pistons-Star Cade Cunningham lobte aber vor allem seinen Einfluss in der Defensive: „Davon können sich die jungen Spieler bei uns im Team, mich eingeschlossen, viel abschauen. Dennis ist ein Biest und nervt seine Gegner.“
Ende der Saison läuft Schröders Vertrag aus. An der EM im Sommer will er teilnehmen, wenn es gesundheitlich geht – „meine Achillessehne macht ein bisschen Ärger“. Danach steht seine zwölfte NBA-Saison an, womöglich spielt Schröder dann im zehnten NBA-Team seiner Karriere.
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