Klappt‘s endlich im Grünwalder?

von Redaktion

1860 will Trendwende dahoam – BVB II stark ersatzgeschwächt nach Giesing

Das letzte Erfolgserlebnis auf Giesings Höhen: Tunay Deniz feiert seinen Treffer zum 2:0 beim 3:0 gegen Mannheim im November 2024. © Wagner/Imago

München – Es sind diese Tage, an denen man schon mit Bauchschmerzen das Haus verlässt, wohlwissend, dass es unangenehm werden könnte. Ironischerweise trifft das in dieser Saison für die Löwen genau auf die Tage zu, die eigentlich besonders genossen werden sollten. Am Sonntag (13.30 Uhr) ist es wieder soweit: Heimspiel im Grünwalder Stadion, die Reserve von Borussia Dortmund ist zu Gast.

Die Löwen (Letzter der Heimtabelle) lassen nichts unversucht, um die grausame Heimbilanz aufzupolieren. Denn Trainer Patrick Glöckner weiß: „Wenn alle ständig darüber reden, setzt sich das irgendwann in den Köpfen fest.“ Der 48-Jährige wird gegen den BVB eine Änderung in der Organisation vornehmen. Die Anzahl an Personen, die sich vor dem Spiel mit der Mannschaft in der Kabine aufhalten, soll reduziert werden. „Wir wollen während der Konzentrationsphase in der Kabine mehr bei uns bleiben. Es war schon viel, wenn die Spieler, die nicht im Kader stehen oder die Personen, die um das Team herum arbeiten, auch noch dabei waren.“

Bleibt die Frage, welches Gesicht die Löwen ihren Fans präsentieren. Von furios aufspielenden Zweite-Halbzeit-Löwen aus Köln (2:1) und Hannover (3:1) bis hin zu den Chaos-Sechzgern aus Dresden (2:5) ist alles möglich. Glöckner sieht das zweite von seinen bislang drei Heimpartien (zwei Unentschieden, eine Pleite), das 1:1 gegen Ingolstadt, als Beispiel dafür, wie er seine Mannschaft auftreten sehen will. „Das Spiel kann man exemplarisch dafür nehmen, wie wir Fußball spielen wollen. Ich wünsche mir immer so eine Stimmung im Stadion, wie gegen Ingolstadt. Das hilft der Mannschaft weiter.“

Pluspunkt für die Löwen ist die Personallage der Teams. Gäste-Trainer Marc Zimmermann muss improvisieren, zahlreiche Leistungsträger fehlen verletzt oder krank, unter anderem Top-Scorer Julian Hettwer, der in 18 Einsätzen auf beeindruckende 17 Torbeteiligungen kommt. Bei den Löwen hingegen werden Thore Jacobsen und Leroy Kwadwo wieder in den Kader zurückkehren, das Anfang der Woche kränkelnde Traumtor-Duo Julian Guttau und Tunay Deniz wird ebenfalls rechtzeitig fit. Und auch Kapitän Jesper Verlaat kommt nach seiner Verletzungspause immer besser rein, überzeugte in Hannover mit einer starken zweiten Halbzeit. „So wie er sich in Hannover präsentiert hat, das ist der Jessy, wie ich ihn kenne. Gut in den Zweikämpfen. Ich freu mich, dass er wieder zu sich gefunden hat“, betont Glöckner.

Der Löwencoach will sein Team von Anfang an präsent sehen, einen erneuten Fehlstart, wie es so häufig in dieser komplizierten Saison vorkam, ins Spiel vermeiden: „Wir wollen jedes Spiel so angehen, als wäre es das letzte. Wir versuchen, von Anfang an alles reinzulegen und die Kulisse mitzunehmen.“ Die Löwenfans hätten sicher nichts dagegen, wenn sich die körperlichen Beschwerden rund um Heimspiele wieder ändern: von Bauschmerzen vor der Partie hin zu Heiserkeit am Tag danach.
Marco Blanco Ucles

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