Sorge um den Superstar: Trainer Xabi Alonso beim verletzten Florian Wirtz. © dpa/Federico Gambarini
Leverkusen – Xabi Alonso wollte den Schock über die Verletzung von Mittelfeldstar Florian Wirtz und die misslungene Generalprobe für das Königsklassen-Duell mit Bayern München am liebsten aus dem kollektiven Gedächtnis streichen. „Wir müssen diesen Tag schnell vergessen. Es war ein Scheiß-Tag“, sagte der Trainer von Bayer Leverkusen nach dem 0:2 gegen Werder Bremen.
Vor allem der wahrscheinliche Wirtz-Ausfall trübte die Stimmung beim Tabellenzweiten der Bundesliga, der es verpasste, den Titel-Zweikampf mit dem FC Bayern noch einmal spannend zu machen. „Flo ist ein Unterschiedsspieler, der viel Einfluss auf unser Spiel hat. Ich wünsche ihm, dass er schnell gesund wird“, sagte Leverkusens Abwehrchef Jonathan Tah. Eine Diagnose wird erst am Montag erwartet, „Wir rechnen mit Schlimmem, hoffen aber auf das Beste“, sagte Geschäftsführer Fernando Carro.
Wirtz war an Krücken aus dem Stadion gehumpelt, um sich in einer Kölner Klinik einer Untersuchung zu unterziehen. Die Bilder nach dem Foul von Bremens Mitchell Weiser, der dem 21 Jahre alten Nationalspieler voll auf den Fuß stieg, ließen nichts Positives erwarten.
„Es tut mir leid. Ich gehe zum Ball und treffe ihn auch. Dadurch ist die Sohle offen“, entschuldigte sich Weiser für die Aktion. Bremens Trainer Ole Werner schickte umgehend Genesungswünsche: „Das ist eine Sache, die niemand sehen will.“
Wirtz wird mit größter Wahrscheinlichkeit das Rückspiel im Achtelfinale der Champions League am Dienstag gegen die Bayern, in dem der Double-Gewinner der Vorsaison einen 0:3-Rückstand aufholen muss, verpassen. Alonso wollte das benötigte Fußball-Wunder dennoch nicht abschreiben. „Wir müssen an uns glauben. Wenn wir das nicht tun, haben wir keine Chance. Und wir wollen eine Chance haben“, sagte der Spanier.
Je nach Schwere der Verletzung droht Wirtz auch für die Nationalmannschaft im Nations-League-Viertelfinale gegen Italien Ende März und das Pokal-Halbfinale in Bielefeld am 1. April auszufallen.
Das Aus für Wirtz und der schwache Auftritt der Mannschaft waren „doppelt schmerzhaft“, wie Torwart Lukas Hradecky feststellte. Nicht nur bei den Gegentoren von Schmid und Njinmah war die Werkself nicht im Bilde. „Es ist bitter, wie wir in das Spiel gegangen sind. Wir hatten kein Teamgefüge und keine Stabilität“, kritisierte Bayer-Sportdirektor Simon Rolfes.
Gegen die Bayern muss das anders werden. „Wir müssen daraus Energie ziehen und dürfen nicht herumheulen. Das brauchen wir nicht. Wir müssen Stärke zeigen“, forderte Rolfes. Auch ohne Wirtz.
DPA/SID