Antipasti alla Hanning: Debüt als Italien-Trainer

von Redaktion

Jelgava – Mit der mediterranen Küche beschäftigt sich Bob Hanning gerade intensiv. „Ich liebe Tiramisu. Ich liebe Calamari“, verriet die deutsche Handball-Ikone. Der frühere Vizepräsident des Deutschen Handballbundes und heutige Geschäftsführer der Füchse Berlin ist im Italien-Fieber. Kein Wunder, denn am Donnerstag wird es in der EM-Qualifikation gegen Lettland erstmals ernst für den neuen Nationaltrainer der Azzurri.

Hanning will die junge Auswahl, die im Januar bei ihrem WM-Comeback nach 28 Jahren alle überrascht hatte, zu einem Dauergast bei Großereignissen machen. „Ich glaube, ich weiß, wie Erfolg funktioniert und wie man Erfolg wahrscheinlicher macht“, so Hanning, der den VfL Potsdam zuvor sensationell aus der 3. Liga ins Oberhaus geführt hatte.

Dem 57-Jährigen geht es bei seinem neuen Job nicht ums Geld. Der gebürtige Essener verdient in Italien weniger als die meisten Zweitligatrainer. Er hat einfach Lust auf die Herausforderung. Sein erster Auftrag: Den Schwung der WM-Erfolge mitnehmen, beide Spiele gegen Lettland gewinnen und einen Schritt in Richtung EM 2026 machen. Aktuell liegt Italien in seiner Qualifikationsgruppe auf Rang drei vor Lettland und ist somit noch immer auf Kurs.

Eine kleine Hürde ist die Sprachbarriere. Hanning hatte bislang schlichtweg keine Zeit, um Italienisch zu lernen, auch wenn überlebenswichtige Floskeln wie „una pausa caffè“ (eine Kaffeepause) schon sitzen. Notfalls kann Co-Trainer Jürgen Prantner dolmetschen.

Für den Fall eines vorzeitigen Vertragsendes habe Hanning dem Verbandspräsident gesagt: „Wenn wir uns vor Vertragsende nicht mehr verstehen, gehen wir am nächsten Tag auseinander. Du lädst mich nach Rom zu einem schönen Essen und einer Flasche Wein ein und wir gehen als Freunde auseinander.“ Der Füchse-Chef zeigt sich jedoch selbstbewusst: „Ich habe gar keine Idee, wie das scheitern könnte“.

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