Eiskalt vor dem Essener Kasten: Topi Piipponen beschäftigt die Moskitos. © Oliver Rabuser
Bad Tölz – Da war alles dabei: Ein 7:1-Heimsieg, umkämpfte Matches, mehrfach verbaler Schlagabtausch auf dem Eis und zwischen Trainer und Publikum, aber auch reibungslose Zusammenarbeit der Vereine – und ein Spektakel zum Abschluss: Die Tölzer Löwen holten sich mit dem 7:5 in einem hochdramatischen Heimspiel am Sonntag den 3:1-Seriensieg im Achtelfinale gegen die Moskitos Essen. „Wir freuen uns über den Sieg gegen einen starken Gegner, und ich bin stolz auf meine Mannschaft, die große Mentalität gezeigt hat“, sagt Löwen-Trainer Axel Kammerer. Volle Einsatzbereitschaft und die Überzeugung, jeden Schuss blocken zu wollen, aber auch eine aus der Vorrunde ungewohnte Effizienz im Torabschluss waren verantwortlich für den Erfolg. „Wir können jetzt sogar Tore im Powerplay schießen“, sagt Kammerer im Hinblick auf einen der bisher schlechtesten Überzahl-Werte der Oberliga und vier Powerplay-Tore am Sonntag. „Tilburg, zieht‘s euch warm an“, sagt der Tölzer Coach in Hinblick auf die anstehende Serie gegen Tilburg, holländischer Erster der Nord-Division und deshalb haushoher Favorit.
Die Löwen hatten eine gewaltige Flughöhe in der Serie. Nicht so sehr die Paradereihe um Topi Piipponen und Neuling Egils Kalns, die in der Vorrunde fast überperformt und Tölz auf Rang fünf geführt hat. In den Playoffs waren es eher die Routiniers, die die Siege ermöglichten: Sandro Schönberger, Schlitzohr und Schussblocker Nummer eins, Max Spöttel, unermüdlicher Wirbelwind, der plötzlich auch trifft, Klemen Pretnar und Philipp Schlager sowie, die vielleicht erstaunlichste Personalie, Marc Schmidpeter, der erst seit den Playoffs genau das tut, was von ihm erwartet wird: Mit seinem Schlagschusshammer die Scheiben ins Tor dreschen. Viermal in vier Spielen. Vielleicht mehr gegen Tilburg ab Freitag.
NICK SCHEDER